Culterra 31

Offenland und Naturschutz

von BETTINA BURKART und WERNER KONOLD (Hrsg.) (2003)

 

Vorwort

Der Verlust von offenen Lebensräumen und den dort ansässigen Tier- und Pflanzenlebensgemeinschaften drängte sich vor einigen Jahren in das Blickfeld der Fachwelt, aber auch der Öffentlichkeit: Agrarstrukturwandel, Aufgabe von landwirtschaftlichen Nutzflächen, vor Allem in peripheren Räumen, Einstellung von großflächigem Rohstoffabbau, speziell der Braunkohle, Aufgabe zahlreicher militärisch genutzter Flächen, Aufforstung, rasante Sukzession und Verbuschung... Wir stecken in Mitteleuropa in einer Entwicklung mit säkularer Dimension, wohl wissend, dass hierbei - obwohl vielfach durch grobe Ausbeutung entstanden - viele Qualitäten verloren gehen: hinsichtlich der filigranen und dynamischen Oberflächenformen, der Biodiversität, insbesondere bei den Spezialisten der Tier- und Pflanzenwelt, und hinsichtlich der Landschaftsästhetik. - Um auf der Grundlage wissenschaftlich abgesicherter Erkenntnisse mit den genannten Problemen umgehen zu können und Konzepte für ein "Offenlandmanagement" zu entwickeln, fand sich vor ein paar Jahren ein interdisziplinärer Forschungsverbund zusammen, bestehend aus ForscherInnen der Universitäten Cottbus (BTU), Potsdam, Freiburg i.Br., dem Staatlichen Museum für Naturkunde Görlitz sowie dem Agrartechnischen Institut Bornim und finanziell gefördert von Bundesministerium für Bildung und Forschung (BmBF). Dieser Verbund widmete sich speziell aufgelassenen und noch aktiven militärischen Nutzflächen in Sachsen und Brandenburg. Die Beiträge aus diesem großen Projekt (Wiegleb et al., Heyne, Burkart et al., Burkart, Gaertner & Konold, Wanner & Xylander, Striese, Schlauderer & Prochnow, Anders) bildeten auch den Schwerpunkt einer Tagung, die am 15. und 16. November 2002 in Quitzdorf am See/Ortsteil Kollm in der Oberlausitz ganz in der Nähe eines der Untersuchungsgebiete stattfand und deren Ergebnisse nun in dem vorliegenden Band einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Flankiert werden diese Beiträge von Forschungsergebnissen über weitere Offenlandprojekte aus dem selben Förderprogramm des BmBF (Wichtmann & Hampicke), über noch aktive Truppenübungsplätze (Schneider, Harteisen) sowie über fast archaisch anmutende Weidesysteme, die Offenland höchster Qualität hervor bringen (Wattendorf). Abgerundet wird das Ganze von einem Übersichtsbeitrag, der einen möglichen Weg zum Offenlandmanagement mit großen Tieren visionär aufzeigt (Riecken), und einen anderen, der diese Vision als Realität in den Niederlanden vorstellt (Kampf), sowie abschließend einen Beitrag, der versucht aufzuzeigen, welche Bedeutung Offenlandlebensräume in der alten Kulturlandschaft der Oberlausitz hatten (Konold).

Die Tagung wurde gemeinsam von der Akademie der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt, der Verwaltung des Biosphärenreservats Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft und dem Institut für Landespflege der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg i. Br. organisiert und veranstaltet. Die Zusammenarbeit war ganz ausgezeichnet und fruchtbar. Nicht zuletzt deshalb können wir diesen inhaltsreichen und voluminösen Band vorlegen, verbunden mit der Hoffnung, auch künftig in dieser Konstellation etwas bewegen zu können.


Themenübersicht

  • Alternative Leitbilder des Naturschutzes zum Erhalt und zur Pflege von Offenlandbiotopen (Uwe Riecken)

  • Serengeti hinter den Deichen - Utopie oder Chance? (Hans Kampf)

  • Hutweiden im mittleren Savatal: Einfluss des Wasserhaushalts und der Beweidung mit Rindern, Pferden und Schweinen auf die Vegetation (Peter Wattendorf)

  • Die "Kornblumenkultur" als Konzept im Offenlandmanagement (Wendelin Wichtmann & Ulrich Hampicke)

  • Truppenübungsplatz SenneLandschaftsentwicklung, Kulturlandschaftspflege und Entwicklungsperspektive (Ulrich Harteisen)

  • Truppenübungsplatz Baumholder: Genese und Gestaltung einer "militärischen Zwecklandschaft" (Matthias Schneider)

  • Naturschutz in Sandlandschaften - Flächen- und Managementverfahren-bezogene Bewertung von Offenlandschaften (Gerhard Wiegleb, Jadranka Mrzljak & Ingo Brunk)

  • Erfahrungen mit dem Offenlandmanagement im BR Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft (Peter Heyne)

  • Die Bodenmikrofauna der Truppenübungsplätze Dauban und Oberlausitz (Manfred Wanner & Willi E. R. Xylander)

  • Der Panzerschießplatz Dauban: einige Besonderheiten (Bettina Burkart, Mirijam Gaertner & Werner Konold)

  • Beitrag zur Avifauna des Panzerschießplatzes Dauban (Michael Striese)

  • Untersuchungen zum Einfluss von Elchen auf die Vegetation der Feuchtgebiete des ehemaligen Panzerschießplatzes "Dauban" (Mirijam Gaertner & Werner Konold)


 

 

 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
Aktualisiert: 25.04.12   - htsi