Konik-Pferde zur Offenhaltung von Truppenübungsplätzen: Analyse der Winternahrung

Sebastian Abt, Diplomarbeit - 2010

Hintergrund:
Der massive Einsatz von Ketten- und Radfahrzeugen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz (TÜP) Dauban im Osten von Sachsen führte zu einer permanenten Störung des Ökosystems und schuf eine Vielzahl von unterschiedlichen Biotopen auf kleinstem Raum. Diese bieten besonders Vögeln und Kleinsäugern Lebensraum aber auch Insekten und Spinnentieren ein geeignetes Habitat, welche ansonsten in dieser Vielfalt nicht vorkommen. Mit dem Ende der militärischen Nutzung bleiben diese mechanischen Störungen aus, und die Flächen werden durch die einsetzende natürliche Sukzession wieder zu Waldlebensräumen. Die Vielfalt der Offenlandbiotope geht dadurch verloren. Um diesem Prozess entgegen zu wirken, wurde in einem eingezäunten Teil des TÜP Elche zur Offenhaltung durch Verbiss, Schälen und Knicken der Gehölzvegetation eingesetzt. Dieses Gebiet mit 155 ha war ein Teil des Verbundprojektes Offenland, an dem das Institut für Landespflege in Freiburg beteiligt war. Da die Elche allein die Sukzession aber nur verlangsamen, nicht aber aufhalten können (Untersuchungsergebnisse vorheriger Arbeiten), werden seit Sommer 2009 auch Konik-Pferde in Dauban eingesetzt. Diese werden zunächst in einem Eingewöhnungsgatter von 19 ha gehalten und sollen zukünftig mit den Elchen auf der Gesamtfläche eingesetzt werden.

Zielsetzung:
Ziel der Abschlussarbeit ist die Analyse der Nahrungsressourcen und des räumlich-zeitlichen Äsungsverhaltens der Koniks in dem 19 ha großen Eingewöhnungsgehege im Herbst und Winter. Dabei geht es vor allem darum, neue Erkenntnisse zur Selektion bzw. Vermeidung bestimmter Pflanzenarten durch die Tiere in den Wintermonaten zu gewinnen und damit die Eignung der Koniks zur Offenhaltung von Truppenübungsplätzen zu diskutieren.

Vorgehensweise:
Da die letzte vollständige Vegetationskartierung des Eingewöhnungsgeheges im Jahr 2001 stattfand, wurden zunächst die aktuellen Flächenanteile der einzelnen Habitattypen und der Überschirmungsgrad mit einer Transektanalyse bestimmt. Der Einfluss der Koniks auf den Oberboden über die Wintermonate wurde in korrespondierenden Probeflächen über die Erhebung des Anteils der offenen Bodenstellen und der Tritt- und Verbissgrade erfasst. Diese ca. 80-100 Probeflächen wurden am Ende der Feldarbeit gegen Ende Februar abermals aufgenommen. Im Dezember, Januar und Februar wurden die fünf Koniks über einen Zeitrum von jeweils 10 Tagen direkt beobachtet. Die Beobachtung wurde periodisch wiederholt, um Veränderungen der Nahrungsselektion über den Winter erkennen zu können. In den Beobachtungszeiträumen wurde täglich ein zufällig gewähltes Fokustier über sechs Stunden untersucht. In Intervallen von 10 Minuten wurden dabei der Aufenthaltsort und die Aktivität des Tiers protokolliert und die beweideten Pflanzenarten notiert. Die gewonnen Informationen zu Nahrungsressourcen, Aufenthaltskoordinaten und Aktivitäten der Tiere wurden statistisch ausgewertet und mit den Informationen aus der Aufnahme der Habitattypen verschnitten.

 

 

Laufzeit:
Dezember 2009 - Juni 2010
Projektleiter:
Prof. Dr. Werner Konold
Korreferent:
Prof. Dr.Siegfried Lewark
Betreuer:
Dr. Harald Schaich
Bearbeitung:
Sebastian Abt

 

 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
Aktualisiert: 17.05.11