Landschaftswahrnehmung und Akzeptanz von nicht aufgearbeiteten
Sturmwurfflächen im Nordschwarzwald - am Beispiel des "Lothar"-Pfads
Nachdem der Orkan "Lothar" am zweiten Weihnachtsfeiertag
1999 über Baden-Württemberg hinwegfegte hinterließ
er in den Wäldern des Landes rund 40.000 Hektar Kahlfläche.
Im Laufe der Aufräumarbeiten entstand die Idee den natürlichen
Vorgängen innerhalb des Kreislaufes Wald auf einer kleinen
begrenzten Fläche Priorität einzuräumen und auf jegliche
Nutzung oder Veränderung zu verzichten.
Teil dieser Überlegung war auch, diesen dichten Verhau aus
umgestürzten Bäumen und aufgeklappten Wurzeltellern für
die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Es entstand die
Idee, einen in Baden-Württemberg bislang einmaligen, Sturmwurf-Erlebnispfad
zu gestalten. Auf der Hälfte der insgesamt 20 Hektar großen
nicht aufgearbeiteten Sturmwurffläche verläuft der rund
800 Meter lange Lehr- und Erlebnispfad, auch "Lothar"-Pfad
genannt. Besucher können beim Rundgang über Stege, Leitern
und Treppen hautnah erleben, wie Naturkräfte wirken, wie die
Natur solche "Katastrophen" überwindet und die Sturmfläche
wieder neu besiedelt wird.
Der Orkan "Lothar" unterbrach das Landschaftsbild, an
das sich sowohl die dort lebende Bevölkerung als auch die unzähligen
Besucher des Nordschwarzwaldes, gewohnt hatten. Doch wie reagiert
die Öffentlichkeit darauf, wenn in einem 20 Hektar großen
Waldbestand alles so belassen werden soll wie es der Sturm hinterlassen
hat? Dort eben keine Aufräumarbeiten stattfinden, sondern die
geschädigten Bäume auf der Fläche verbleiben, langsam
braun werden und absterben.
Zum einen bildet diese Arbeit einen Ansatz dafür wie von Seiten
der Forstwirtschaft in der Öffentlichkeit mit entstandenen
Sturmwurfflächen umgegangen und wie die Bevölkerung über
geplante Managementvorhaben glaubwürdig informiert werden kann.
Auch aus Sicht des Tourismus können solch "geschädigte"
Waldflächen eine durchaus positive Bedeutung erhalten. Zum
anderen soll aber auch der Naturerlebnispfad selbst, der ein Beispiel
für die Umorientierung innerhalb der Umweltbildung darstellt
und sich vom klassischen Lehrpfad der 60er Jahre deutlich abhebt,
aus Sicht der Umweltbildung kritisch hinterfragt werden.
Mit Hilfe eines Fragebogens wurden sowohl Besucher des "Lothar"-Pfades
als auch Personen, die den Lehrpfad noch nicht gegangen sind zur
Akzeptanz von Sturmwurfflächen befragt. Im Fragebogen werden
die befragten Personen in erster Linie mit drei Themenkomplexen
konfrontiert. Zum einen wird ihr ökologisches Verständnis
und ihr allgemeines Vorwissen dazu abgefragt und zum anderen sollen
sie zum Management und zur Ästhetik von nicht aufgearbeiteten
Flächen Stellung nehmen. Daneben soll aber auch der Lehrpfad
als umweltpädagogische Einrichtung von den Besuchern bewertet
werden.
Die Ergebnisse dieser Untersuchung basieren auf einer großen
Datenmenge. Insgesamt wird die Meinung von 592 Befragten wiedergegeben.
| Laufzeit: |
11.11.2003 bis 12.05.2004
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| Projektleiter: |
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Korreferent:
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NN
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| Bearbeitung: |
Heidi Bäuerle
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