Lebensraumkatalog – Literaturstudie und Experteninterviews zur ökologischen Durchgängigkeit von Hochwasserrückhaltebecken

In den letzten Jahren sind in Deutschland und hierbei speziell im fließgewässerreichen Baden-Württemberg hunderte von Hochwasserrückhaltebecken (HRB) gebaut worden. Insbesondere in den sechziger und siebziger Jahren kam es zu einer verstärkten Bautätigkeit, die eine öffentliche Diskussion über das Für und Wider dieser Anlagen auslöste. Hierbei sind die unterschiedlichsten Dammbauwerke, Rückhaltebecken- und Durchlasstypen zum Einsatz gekommen, die unterschiedlich stark in das Landschaftsbild eingegriffen haben. Das ursprüngliche Ziel dieser Anlagen, ein Verringern der Hochwassergefahr für die Bevölkerung, wurde bei den Diskussionen immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Wasserrückhaltung durch Talsperren und Staubecken geht in Deutschland schon zurück auf das 18. Jahrhundert, ist also keine neue Entwicklung im Wasserbau. Jedoch kam es im 20. Jahrhundert zu einem immensen Anstieg der Anlagen, sowohl in der Anzahl als auch in den Dimensionen.

Mit dem Aufkommen eines verstärkten Umweltbewusstseins der Gesellschaft hat eine Sensibilisierung bei der Forderung, bzw. bei der Umsetzung solchen Baumaßnahmen stattgefunden. Die einzelnen technischen Anlagen beeinflussen die Struktur der Aue zum Teil sehr stark. Das Abflussverhalten wird verändert, was zu einer allgemeinen Verschlechterung der Lebensraumqualität führt, die im schlimmsten Fall zu einem kompletten Verschwinden einzelner Tier- und Pflanzenarten in dem Einzugsbereich der Wehre führen kann. Ein großes Problem ergibt sich für die in den Gewässern entlangwandernden Tiere. So sind die Hochwasserrückhaltebecken für viele ein nicht zu überwindendes Hindernis auf dem Weg in die Oberläufe der Gewässer. Die Kenntnisse über die ökologischen Wirkungen dieser menschlichen Eingriffe sind noch gering. Es gibt zwar eine große Anzahl dieser HRBs, ihre Folgen für den Lebensraum sind jedoch nicht vollständig entschlüsselt bzw. wurden überhaupt noch nicht untersucht.

In dieser Diplomarbeit sollen daher Lebensraumansprüche für aussagekräftige Indikatorgruppen wie Fische, Amphibien, Laufkäfer, Kleinsäuger und Vögel in einem sog. „Lebensraumkatalog“ zusammengestellt werden. Ziel ist es, Lebensgewohnheiten, Wanderverhalten und Habitatansprüche der Indikatorgruppen anhand der Fachliteratur und des Fachwissens von Experten zu analysieren und Empfehlungen für die Konstruktion von Rückhaltebecken abzuleiten.

Laufzeit:
9. Nov. 2004 – 10. Mai 2005
Projektleiter:
Prof. Dr. Werner Konold
Korreferent:
Prof. Dr. Ilse Storch
Betreuer:
Oliver Kaiser, Sandra Röck
Bearbeitung:
Pascal Dahringer



 

 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
Aktualisiert: 20.11.12  kai