Kulturrelikte in der Region Müllerthal (Luxemburg) – Genese, Status und ihre Bedeutung für Naturschutz und Landschaftsplanung
Hintergrund
Die Region Müllerthal, auch als Kleine Luxemburger Schweiz bekannt liegt im Osten des Großherzogtums Luxemburg und zählt mit ihren Sandsteinschluchten und Felsvorsprüngen, zu den reizvollsten Regionen des Landes.
Die Region geographisch abzugrenzen gestaltet sich als schwierig. Eigentlich handelt es sich beim Müllerthal um eine kleine Gemarkung im Tal der Schwarzen Ernz (Fluss) zwischen Waldbillig und Consdorf, deren Name auf zwei Mühlen des 15 Jahrhunderts zurückzuführen ist. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die kleine Gemarkung zum Namensgeber einer ganzen Region. Heute bezeichnet man die gesamte Region zwischen Echternach, Berdorf, Beffort, Consdorf und Waldbillig als das Müllerthal. Auch die Gegenden um Larochette und Nommern werden oftmals wegen ihren ähnlichen Sandsteinformationen zur Region Müllerthal gezählt. Mit dem Siegeszug des Tourismus etablierte sich ebenfalls die Bezeichnung Kleine Luxemburger Schweiz.
Die bizarren Felsformationen der Region Müllerthal sind größtenteils von ausgedehnten Buchenwäldern bedeckt. In den steilen engen Schluchten unterhalb der Felsen sind stellenweise Schluchtwälder, in Flussnähe auch Auwälder, anzutreffen. Im Gegensatz dazu sind die angrenzenden Hochplateaus kaum bewaldet. Sie werden vor allem landwirtschaftlich und siedlungstechnisch genutzt.
Die Region Müllerthal blickt auf eine sehr alte menschliche Tradition zurück. Die menschliche Einflussnahme ist auf die Steinzeit zurückzuführen und reicht über die Kelten und Römer bis in unsere Zeit. Der natürliche Reichtum der Region Müllerthal wird somit bereits seit langer Zeit vom Menschen beeinflusst und genutzt. Die lange Nutzungsgeschichte führt unweigerlich zu einer Konzentration von Kulturrelikten, und verleiht der Region einen prägenden Charakter.
Ziel
Ziel dieser Diplomarbeit ist es die Nutzungsgeschichte und Landschaftsentwicklung dieser Region an Hand eines Landschaftsausschnittes zu dokumentieren. Folgende Fragestellungen werden dabei behandelt: Welche typischen Kulturlandschaftselemente sind im Untersuchungsgebiet zu sehen? Welche Bedeutung haben diese Kulturlandschaftselemente für das Untersuchungsgebiet? Wie sind diese Kulturlandschaftselemente gebildet worden? Wie sollen die Kulturlandschaftselemente künftig aus naturschutzfachlicher und landschaftsplanerischer Sicht behandelt werden?
Vorgehensweise
Um die Veränderungen zu dokumentieren werden die Methoden der historischen Landschaftsanalyse, der Geschichtswissenschaften und Sozialwissenschaften angewendet. Mit Hilfe von fotographischen und kartographischen Dokumentationen, Archivforschung, historischer Kartenwerke, ausgewählter Sekundärliteratur, Befragungen, sowie Geländebegehungen, Kartierung von noch vorhandenen Kulturrelikten und Geographischem Informationssystems (ArcGis) wird versucht die Entwicklung der Region Müllerthal am Beispiel des gewählten Landschaftsausschnittes darzustellen.
Die Diplomarbeit soll somit unter Berücksichtigung des menschlichen Wertewandels, historische und aktuelle Veränderungen der Landschaft hervorheben. Anschließend sollen Vorschläge zur zukünftigen Behandlung der Kulturlandschaft aus naturschutzfachlicher und landschaftsplanerischer Sicht entwickelt und diskutiert werden.
| Laufzeit: |
Mai 2008 – November 2008 |
| Referent: |
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| Korreferent: |
Prof. Dr. PD Uwe E. Schmidt |
| Betreuer: |
Harald Schaich |
| Bearbeitung: |
Elisabeth Freymann |
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