Nutzungsgeschichte und Landschaftsentwicklung von Wäldern unterschiedlicher Eigentumsarten und -strukturen im Biosphärengebiet Schwäbische
Gereon Kapp, Diplomarbeit - 2010
Hintergrund:
Wälder nehmen etwa 40% des Biosphärengebiets Schwäbische Alb ein und werden überwiegend forstwirtschaftlich genutzt. Sie gelten als relativ naturnah, obwohl die menschliche (Über-)Nutzung durch Holzernte, Waldweide oder Streunutzung die Wälder und ihre Standorte in den vergangenen Jahrhunderten stark verändert hat. Diese historischen Nutzungsformen spiegeln sich oft noch heute anhand von Artenausstattung, Bestandesstruktur und Dynamik in den heutigen Waldbeständen wider. Dabei wird oft gemutmaßt, dass die Eigentumsform einen großen Einfluss auf die Bewirtschaftungspraktiken und damit auf die Struktur, die Artenvielfalt und die Bereitstellung von Ökosystemleistungen von Wäldern hatte. Oftmals gab es aber historische Brüche in der Eigentumsform bzw. bewirtschaftungsbedingte Überprägungen des Eigentums, die bei der Beurteilung des aktuellen Zustands der Wälder berücksichtigt werden müssen. Neben den klassischen Waldeigentumsformen gibt es im Untersuchungsgebiet auch noch einige Besonderheiten wie Allmendwälder. Zudem ist der Privat- und Körperschaftswald in unterschiedlichen Größen und institutionellen Arrangements vorhanden.
Zielsetzung:
Ziel der Diplomarbeit ist es, mit Hilfe einer historischen Landschaftsanalyse die Entwicklung und historische Bewirtschaftung von Wäldern unterschiedlicher Eigentumsarten und -formen zu dokumentieren und vor diesem Hintergrund mögliche Auswirkungen auf Biodiversität sowie andere Ökosystemleistungen und künftige Bewirtschaftungskonzepte zu diskutieren.
Vorgehensweise:
Zu Beginn der Diplomarbeit steht eine Recherche und Auswertung von Sekundärliteratur, die einen allgemeinen und retrospektiven Blick auf die Eigentumsverhältnisse und ihre spezifischen Bewirtschaftungspraktiken, sowie deren Genese in den unterschiedlichen Eigentumsarten werfen soll. An Fallbeispielen von Waldflächen, welche eine gute Datenlage (historische Forsteinrichtungswerke, Landes- und Gemeindearchive sowie verfügbare Primärquellen) aufweisen, sowie von Waldflächen mit besonderer Bewirtschaftung (z.B. Allmend- und Schluchtwälder), wird die unterschiedlichen Entwicklungen historischer Nutzungsformen in allen Eigentumsarten möglichst flächenscharf gesichtet und ausgewertet. Die Ergebnisse werden schriftlich dokumentiert, sowie mit Hilfe eines Geographischen Informationssystems (GIS) für verschiedene Zeitschnitte visualisiert. Die Ergebnisse der historischen Landschaftsanalysen werden in einer Zusammenschau mit aktuellen Bestandsstrukturen, Waldfunktionen und Biotopausstattungen verglichen, um etwaige Muster in den Entwicklungslinien erkennen zu können. Als zeitlicher Rahmen werden die letzten ca. 150 Jahre untersucht, wobei markante Ereignisse und Zustände früherer Zeitabschnitte ebenfalls aufgegriffen werden sollen.
| Laufzeit: |
Dezember 2009 - Juni 2010 |
| Referent: |
|
| Korreferent: |
|
| Betreuer: |
|
| Bearbeitung: |
Gereon Kapp |
|
|