Handlungsoptionen zur Erhaltung und Förderung von Heidebiotopen (Calluna vulgaris) in Luxemburger Waldlandschaften
Christian Miny, Bachelorarbeit - 2011
Hintergrund:
Seit dem 9.Jahrhundert wurden verschiedene Flächen geplaggt, um den Oberboden als Streu im Stall zu verwenden. Dadurch entstanden nährstoffarme Standorte.
Auf solche Standorte ist die Heide angewiesen. Im 19.Jahrhundert wurde sie durch die Verwendung von Dünger und durch das Aussterben der Plaggenwirtschaft
zurückgedrängt. Die Heide war besonders auf sandigen Böden verbreitet.
In der Natura 2000 Richtlinie ist die Heide unter den in Anhang 1 geschützten Lebensraumtypen zu finden. In Luxemburg sollen auf geeigneten Standorten wieder
Heideflächen entstehen. Diese sind naturschutzfachlich wertvoll, weil hier Lebensräume für viele Rote-Liste-Arten (z.B. Neuntöter,
Raubwürger), aber auch für zahlreiche Insektenarten entstehen. Die Heidebiotope stellen durch ihre Seltenheit einen Sonderstandort dar und erhöhen
die Struktur von Offenflächen im Wald. Deshalb sind im Arrondissement Zentrum-West in Zukunft drei Flächen zur Förderung der Heide vorgesehen.
In dieser Bachelorarbeit soll anhand einer unechten Zeitreihe unterschiedlicher Entwicklungsstufen der Heide in Waldlandschaften untersucht werden.
Es werden vier Flächen, auf denen die Heide unterschiedlich stark verbreitet ist bearbeitet. Auf 3 Flächen kommt sie nur sporadisch vor und soll sich
erweitern. Auf der vierten Fläche ist sie schon länger angesiedelt und stark verbreitet.
Zielsetzung:
Ziel dieser Arbeit ist es, Handlungsoptionen zur Förderung und Erhaltung von Heidebiotopen in Waldlandschaften zu entwickeln. Dabei sollen verschiedene
Pflegemaßnahmen und Managementmöglichkeiten in Abhängigkeit von Biotoptradition sowie floristischen und standörtlichen Potenzialen
aufgezeigt werden. Der gesetzliche Hintergrund und eventuelle Anreize für Flächeneigentümer zur praktischen Umsetzung von Managementplänen
in Luxemburg sollen dabei einbezogen werden.
Methoden:
Zuerst werden die allgemeinen Eigenschaften der Heide und Managementmöglichkeiten zur Förderung der Heide in der Literatur recherchiert. Danach wird
auf den 4 Flächen die Bestandesgeschichte analysiert, wobei die Bewirtschaftung der letzten 60 Jahre berücksichtigt wird. Dazu werden hauptsächlich
die früheren Forsteinrichtungswerke durchsucht. Falls diese unvollständig sind, werden Interviews mit den (früher) zuständigen
Revierförstern durchgeführt. Die aktuelle floristische Ausstattung, die Vegetationsstruktur sowie der Bodentyp werden ebenfalls aufgenommen. Dabei
werden die vorgefundenen Pflanzenarten, sowie die jeweiligen Deckungsgrade der verschiedenen Arten aufgenommen. Es werden 10 Probeflächen à 4m² pro
Hektar zufällig auf den Flächen verteilt und es werden mit dem Bohrstock Bodenprofile analysiert. Abschließend werden die aktuellen Regelungen
und Gesetzgebungen zur Umwandlung und Pflege solcher Flächen in Luxemburg untersucht.
Ausblick:
Da diese Flächen wahrscheinlich verschiedene Standortseigenschaften, Größen und Vegetationspotenziale haben, sind unterschiedlich intensive Eingriffe
nötig, um die typische Heidevegetation erfolgreich zu fördern. Es wird verschiedene Möglichkeiten geben, diese Flächen zu bewirtschaften, z.B. könnte
Beweidung eine Rolle spielen und Maschinelle Eingriffe (Plaggen) zur Initiierung der Vegetationsentwicklung nötig sein.
| Laufzeit: |
Juni 2011 bis September 2011 |
| Referent:: |
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| Korreferent: |
Prof. Dr. Uwe Eduard Schmidt |
| Betreuer: |
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| Bearbeitung: |
Christian Miny |
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