Vegetationsökologische Untersuchungen und naturschutzfachliche Bewertung des Grünlands im Syrtal (Luxemburg)

Gegenstand der Untersuchungen sind die Grünlandbestände der Syr-Aue bei Mensdorf in Luxemburg.
Nach Durchführung einer Flurbereinigungsmaßnahme, konnte diese Fläche für ein Renaturierungsprojekt mit anschließender extensiver Beweidung durch Galloway-Rinder zur Verfügung gestellt werden. Bei der untersuchten Fläche handelt es sich um Feuchtgrünland, welches zuvor unter Mahdnutzung stand. Der Verzicht auf Mahd im Rahmen des Naturschutzprogramms bedingt die Einführung einer extensiven Beweidung, um die Offenhaltung der Fläche zu gewährleisten. Das Projekt wurde von der Forst- und Naturschutzverwaltung Luxemburgs initiiert.
Die Renaturierungsmaßnahme beinhaltete dabei die Rückführung der Syr in Ihr natürliches Bachbett. Man erhofft sich durch die gesamte Maßnahme eine Aufwertung des Ökosystems, hinsichtlich der Vegetation und auch unter ornithologischen Gesichtspunkten. Ziel im Allgemeinen ist also die Sicherung bzw. eine Erhöhung der Biodiversität im Untersuchungsgebiet. Durch das Beweidungsprojekt konnte dabei das völlige Herausnehmen der Fläche aus der landwirtschaftlichen Nutzung vermieden werden. Ein, für das sehr dicht besiedelte Land Luxemburg, in dem auf kleinstem Raum unterschiedliche Nutzungsinteressen auf einander treffen, nicht zu vernachlässigender Aspekt.

Ziel der Arbeit ist zunächst die Darstellung der vegetationsökologischen Ausstattung des Gebietes auf Gebiets- und Plotebene. Parameter wie Artenvielfalt und Strukturvielfalt sollen dabei Eingang in die Arbeit finden. Des weiteren ist die Untersuchung etwaiger Vegetationsgradienten aufgrund von geänderten Umweltparametern (Wasserhaushalt) von Interesse.
Die extensive Beweidung hat zukünftig die Aufgabe, neben einer Offenhaltung der Fläche, für die Schaffung einer kleinräumlichen Strukturvielfalt sorgen, und somit die Bildung eines möglichst diversen und strukturreichen Pflanzenmosaiks zu unterstützen. Auf Basis der erfassten Verhältnisse wird das Herausarbeiten von Entwicklungsperspektiven und eines Managementkonzeptes für die Fläche angestrebt.

Um solche Gradienten ausarbeiten zu können wurde folgende Methodik für die Untersuchungsfläche gewählt. Das insgesamt ca. 30 ha große Gebiet wurde in 50m-Sektoren unterteilt, innerhalb derer mittels Zufallszahl der Anfangspunkt für in die Fläche gelegte Transekte ermittelt wurde. Diese wurden in möglichst senkrechter Falllinie zum renaturierten Gewässer gelegt. Auf diesen Transekten wurden wieder mittels Zufallszahl die Plots zur Vegetationsaufnahme festgelegt. Ihre Größe wurde auf 4m² definiert und folgende Parameter in Ihnen aufgenommen:
- Aufnahme aller vorkommenden Arten
- Deckungsgrad nach Londo
- Vegetationsschichtung
- geo-morphologische Daten wie Relief, Exposition etc.
Insgesamt wurde eine Gesamtzahl von 201 Plots (Dauerbeobachtungsflächen) auf der Fläche verteilt.

Laufzeit:
18.06.2004 - 23.12.2004
Projektleiter:
Prof. Dr. Werner Konold
Betreuer:
Harald Schaich
Bearbeitung:
Hendrik Landgrebe
(hlandgrebe@web.de)



 

 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
Aktualisiert: 20.11.12 kai