Spuren historischer Wald- und Weidenutzung in Landschaft und Vegetation
am Beispiel der Gemeinde Fröhnd
Die Gemeinde Fröhnd liegt südlich des Städtchens
Schönau im Wiesental im Südschwarzwald. Das Untersuchungsgebiet
erstreckt sich im Ostteil der Gemeinde in einem Seitental des Wiesentals,
welches vom Künabach durchflossen wird. Die Landschaft des
Untersuchungsgebietes wird heute geprägt durch einen Wechsel
von Wald und Wiesen/Weiden. Dieser Wechsel wird unterbrochen durch
verstreute Siedlungen bzw. Gehöfte, deren Größe
oftmals vom Vorhandensein ausreichend großer, flacherer Siedlungsgebiete
abhängt.
Historisch markiert der um das Jahr 1000 n.Chr. einsetzende Silberbergbau
von St.Blasien aus den Beginn einer regelmäßigen Besiedlung
im oberen Wiesental. Intensive, eplorative Waldnutzungen zur Bedarfsdeckung
von Eisenwerken und Glashütte sowie die Köhlerei führten
ab dem 17. Jhdt. zu ausgedehnten "Waldverwüstungen",
die Anfang des 19. Jhdt. auch in Folge eines immer größeren
Bedarfs an Weide und auch Ackerflächen ihren Höhepunkt
erreichten. Infolge dieser Situation setzten um die Mitte des 19.
Jhdts intensive Debatten über die Notwendigkeit von Wiederaufforstungen
als Schutzwaldungen gegen die Erosion und Hochwassereignisse ein.
Spätestens infolge des ansteigenden Bedarfs an Bauholz im letzten
Jahrhundert setzte eine Aufforstungswelle ein, die einhergehend
mit dem Rückgang des landwirtschaftlichen Flächenbedarfs
infolge Extensivierung und Aufgabe der Landwirtschaft in den Mittelgebirgsgebieten
bis in unsere Tage andauert.
Diesen relativ kurzfristigen, massiven Landschaftsveränderungen
zum Trotz können im Untersuchungsgebiet jedoch bis heute viele
Relikte historischer Landnutzungen angetroffen werden, die in Kombination
mit den jüngsten Veränderungen ein Landschaftsbild außerordentlicher
Vielfalt erzeugen.
Zielsetzung dieser Masterarbeit ist es, die historische Landnutzung
im Untersuchungsgebiet und ihren Wandel bis in unsere Tage zu rekonstruieren.
Insbesondere sollen die Auswirkungen der Fröhnder Kulturlandschaftsgeschichte
auf die heutige strukturelle Vielfalt der Landschaft dargestellt
werden. Hierbei ist es ein besonderes Anliegen dieser Arbeit, auch
vor Ort ein nötiges Bewusstsein für diese über Jahrhunderte
gewachsene Vielfalt zu wecken und hiermit auch auf deren Bedrohung
durch moderne Landnutzungsformen hinzuweisen.
Methodisch soll dieses Ziel durch eine historisch orientierte Landschaftsanalyse
auf der Basis von Geländeaufnahmen erreicht werden. Die Außenaufnahmen
werden darüber hinaus durch Literaturanalysen (historischen
Karten und Schriftstücke) unterstützt. Für die Datenverarbeitung
wird auf geographische Informationsinstrumente (GIS) zurückgegriffen,
darüber hinaus werden im Rahmen der Datenaufnahme auch Zeichnungen
historisch bedeutsamer Kulturlandschaftselemente angefertigt.
| Laufzeit: |
01.10. 2001 - 31. 03.02002
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| Projektleiter: |
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Korreferent:
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Prof. Dr. Uwe Schmidt
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| Betreuer: |
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| Bearbeitung: |
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