Alte Prunus-Sorten in Südbaden und ihre Verwendung

Dominik Zercher, Diplomarbeit - 2009/2010

 

Hintergrund:
Der Streuobstbau hat in Südbaden, speziell in der Umgebung Freiburgs, des Kaiserstuhls und im Markgräfler Land eine lange Tradition. Er leistet einen wichtigen Beitrag zum kulturhistorischen und naturschutzfachlichen Wert der Landschaft. Neben dem Weinbau ist er für Winzer auch eine zusätzliche Möglichkeit, Produkte wie Säfte, Schnäpse, Liköre etc. abzusetzen. Ungeachtet dieser langen Tradition ist der Streuobstbau im Rückgang begriffen. Seit Jahren gehen Bestände wegen mangelnder Pflege oder Überalterung verloren. Das EU-geförderte Interreg IV-Projekt „Erhalt traditioneller Obstsorten am Oberrhein“ hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, alte Obstsorten in der Landschaft zu identifizieren sowie Verwertungsmöglichkeiten aufzuzeigen und zu entwickeln.

Ziele:
In Anlehnung an dieses Projekt soll die folgende Arbeit Erkenntnisse gewinnen, die zum Erhalt von selten gewordenen und oft nur noch lokal verwendeten Steinobstsorten (etwa Schneiders frühe Schwarze Knorpelkirsche, Zibarte u.a.) beitragen können. Die Diplomarbeit widmet sich daher der Verbreitung und den Verwendungsmöglichkeiten traditioneller Steinobstsorten in Südbaden. Hierzu werden Informationen zu Beschaffenheit, Verarbeitung und Standortsansprüchen dieser Obstsorten aufbereitet.

Methodik:
Als Forschungsmaterial dienen Schriften, die sich explizit mit der Pomologie befassen, historische Landschaftsbeschreibungen sowie Stadt-, Gemeinde- und Familienchroniken, welche in Bibliotheken und Archiven zu finden sind. Aus Sortenbeschreibungen, die sich mit der Beschaffenheit der Früchte (Farbe, Geschmack, Steinlöslichkeit etc.) befassen, lassen sich Rückschlüsse auf deren Verwendung ziehen und tragen dazu bei, herauszufinden, welche Eigenschaften alte Sorten aufweisen müssen, um sich angesichts neuerer Züchtungen im Obstbau zu behaupten. Um festzustellen, inwieweit bestimmte Steinobstsorten heute noch in reiner oder gekreuzter Form in der Landschaft vorhanden sind und ob sich deren Nutzung über die Jahre hinweg verändert hat, finden zudem Einzelgespräche und Experten-Interviews tatt. Mittels derartiger qualitativer Methoden der Sozialforschung soll beleuchtet werden, inwiefern zukünftige, rezente aber auch wiederzubelebende vergangene Verwendungsmöglichkeiten zum Erhalt dieser Sorten beitragen können. Die Gespräche werden direkt mit Erzeugern, Obstbauern, Brennern, Baumwarten und Obstbauberatern geführt, um tradierte als auch aus Erfahrung und Praxis erworbene Informationen aus erster Hand zu erhalten.

 

Laufzeit:
November 2009 – Mai 2010
Projektleiter:
Prof. Dr. Werner Konold
Korreferent:
Prof. Dr. Uwe Schmidt
Betreuer:
Manuel Oelke
Bearbeitung:
Dominik Zercher

 

 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
Aktualisiert: 20.11.12