Hubert Weinzierl, Präsident des Naturschutzringes Deutschland, besucht ein Forschungsprojekt der Landespflege

Mit Hubert Weinzierl, dem Präsidenten des Naturschutzringes Deutschland und Vorsitzenden des Kuratoriums der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, besuchte dieser Tage einer der bedeutendsten und prominentesten Naturschützer Deutschlands ein Forschungsprojekt, das das Institut für Landespflege im Moorschutzgebiet Wurzacher Ried im Württembergischen Allgäu durchführt. Zusammen mit Bernhard Grzimek war Weinzierl maßgeblicher Initiator und Motor für die Wiederansiedlung des Bibers in Deutschland. Rund 35 Jahre nach den Aussetzungen in Bayern ist der Biber über die Gewässernetze der Donau, Iller und Aitrach nach Baden-Württemberg gelangt und breitet sich seit einigen Jahren zunehmend aus. Aufgrund seiner Wirkung als Landschaftsgestalter stößt die Rückkehr des Nagers allerdings nicht nur auf Zustimmung. Schäden an Bäumen, unterhöhlte Wege und überstaute landwirtschaftliche Flächen schaffen Probleme für die Landnutzer.

Konkreter Anlass für den Besuch Hubert Weinzierls ist ein gemeinsames Forschungsprojekt des Instituts für Landespflege und des Naturschutzzentrums Bad Wurzach. Ziel des seitens der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten mehrjährigen Vorhabens ist es, Wege für ein Miteinander des europaweit geschützten Bibers innerhalb der vom Menschen genutzten Lebensräume zu finden. Konkret wird erforscht, wie die landschaftsmodifizierenden Auswirkungen des Bibers systematisch für die Renaturierung von degradierten Moor- und Feuchtgebieten genutzt werden können. Darüber hinaus zielen die Untersuchungen darauf ab, Verfahren zu entwickeln, die eine effiziente Landnutzung bei Anwesenheit des Bibers ermöglichen.

Weinzierl, der ein Umdenken im Naturschutz fordert und sich dafür einsetzt, vermehrt natürliche Abläufe zuzulassen, anstatt nur bewahren zu wollen, bescheinigt dem laufenden Projekt deutschlandweiten Modellcharakter. Der Ansatz, die durch den Biber ausgelösten Prozesse systematisch in ein Naturschutz- und Landschaftsmanagement einzubeziehen, stellt ein gelungenes Beispiel für angewandte Wissenschaft im Bereich Conservation Biology dar. Derzeit werden mit Vertretern des Ministeriums Ländlicher Raum Möglichkeiten für die nun anstehenden nächsten Schritte diskutiert: Die derzeit im „Freilandlabor“ Schutzgebiet gewonnenen Erkenntnisse müssen nun auf die vom Menschen genutzte Kulturlandschaft übertragen und dort umgesetzt werden.

Zum Projekt "Die Rückkehr des Bibers als Motor für neue Schutzgebietsstrategien"

 

 


 
 

 

 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
Aktualisiert: 24.10.11  bie