Die Leonberger
Lysimeterfelder:
Langzeitversuche zu
Wasserhaushalt und Bodenentwicklung
qualifizierter Rekultivierungsschichten
Als "Wasserhaushaltsschicht" muss die Rekultivierungsschicht
günstige Standorteigenschaften besitzen, damit sich eine vitale
Vegetation -meist Wald- entwickelt, die viel Wasser verbraucht.
Vor allem muss der Boden eine hohe Wasserspeicherkapazität
besitzen und gut durchwurzelbar sein. Beides wird nur erreicht,
wenn geeignetes Bodenmaterial verwendet wird, das außerdem
möglichst wenig Steine enthält sowie beim Einbau kaum
gestört und gering verdichtet wurde.
Zwar konnte das erste Projekt dieses Forschungsschwerpunktes "Gestaltung
von Rekultivierungsschichten" zeigen, dass der großtechnische
Einbau von Boden mit geringer Verdichtung problemlos bewältigt
werden kann, trotzdem werden die Vorteile bodenschonender Verfahren,
die vor allem den Wasserhaushalt und die Vegetation betreffen, in
der Baupraxis bisher nur in wenigen Fällen berücksichtigt
(Beispiele: Deponie Neuenburg,
Vorträge
der Fachtagung "Qualifizierte Rekultivierungsschichten").
Um hier ein Umdenken zu fördern, soll ein Versuch zeigen,
wie der bodenschonende Einbau die Wirkung einer Rekultivierungsschicht
verbessern kann. Deshalb wird in den im Jahr 2000 erbauten Leonberger
Lysimeterfeldern der Wasserhaushalt einer unverdichteten und einer
verdichtet eingebauten Rekultivierungsschicht untersucht und insbesondere
die Sickerwassermengen kontinuierlich erfasst. Eine Wetterstation
misst und speichert Temperatur, Niederschlag und andere wichtige
Klimaparameter.
Da die Entwicklung des Bodens, des Bodenlebens und der Pflanzen
den Wasserhaushalt beeinflussen, untersuchen wir auch bodenphysikalische
Kenngrößen (zum Beispiel die Trockenraumdichte) sowie
die Regenwurmpopulation und die Vegetation und dokumentieren ihre
Entwicklung. Die Wasserhaushaltsdaten der Lysimeterfelder dienen
auch als Grundlage für die Überprüfung und Validierung
von Wasserhaushaltsmodellen.
Warum Langzeitversuche?
Der Wasserhaushalt von Rekultivierungsschichten ist von den klimatischen
Rahmenbedingungen und von Wetter und Witterung abhängig. Wasserhaushaltsbetrachtungen
müssen die gesamte Bandbreite dieser Variabilität erfassen,
um valide Ergebnisse zu liefern. Dies gilt auch im Hinblick auf
die sich mit dem Klimawandel verändernden Bedingungen. Deshalb
sind nur langjährige kontinuierliche Messreihen aussagekräftig.
Eine interessante Messperiode für die Bewertung des Wirkungsgrades
der Wasserhaushaltsschichten beginnt, wenn sich ein weitgehend geschlossener
Baumbestand entwickelt hat. Dies wird in Leonberg voraussichtlich
bei einem Bestandesalter von circa zehn Jahren der Fall sein. Dann
sind begründete Prognosen möglich, wie groß die
Unterschiede zwischen Testfeldern langfristig sein werden.
Die Entwicklung des Bodenlebens und der Vegetation beeinflusst die
Standortbedingungen und den Wasserhaushalt der Rekultivierungsschichten.
Die Untersuchung dieser Prozesse ab dem "Nullpunkt" der
Sukzession auf den neu geschaffenen Standorten liefert Grundlagen
zum Verständnis des Wasserhaushalts, die auch für zukünftige
Rekultivierungen genutzt werden können.
Diese Gründe sprechen für Langzeitversuche an den Leonberger
Lysimeterfeldern.
Versuchsanlage
Der Aufbau der Leonberger Lysimeterfelder entspricht einer üblichen
Oberflächenabdichtung: Auf dem verdichteten mineralischen Auflager
liegt eine verschweißte 2,5 mm starke Kunststoffdichtungsbahn.
Sie wurde zur Begrenzung der Lysimeterfelder über Randdämme
hochgezogen, so dass zwei nebeneinander liegende geschlossene Wannen
entstanden. In diese Wannen wurden eine 30 cm starke Entwässerungsschicht
mit Sammeleinrichtung am tiefsten Punkt des Feldes sowie die beiden
Versuchsvarianten der Rekultivierungsschicht eingebaut:
- unverdichtet eingebaute Rekultivierungsschicht
Feld U
Beim unverdichteten Einbau wurde der Boden mit einer leichten
Raupe hangabwärts Vor-Kopf in der vorgesehenen Gesamtmächtigkeit
der Rekultivierungsschicht ohne Zwischenverdichtung eingeschoben.
- konventionell verdichtete Rekultivierungsschicht
Feld K
Im K-Feld wurde der Boden mit der gleichen Raupe in drei Lagen
eingeschoben, die Schichtoberflächen wurden jeweils mit Vibrationswalze
verdichtet.
In beide Lysimeterfelder wurde der gleiche Boden eingebaut. Die
Rekultivierungsschichten unterscheiden sich deshalb nur durch das
Einbauverfahren und die daraus resultierenden Bodeneigenschaften.
Nach Abschluss der Bodenarbeiten wurden die Testfelder
mit einer Gräser-Kräuter-Mischung eingesät und mit
Aspen (Populus tremula) bepflanzt. Um eine zügige Bestandesentwicklung
zu fördern, wurden Ausfälle durch weitere Gehölzarten
wie Linden, Schwarzerlen und Bergahorn sukzessive ersetzt.
Ergebnisse
Erste Ergebnisse zum Wasserhaushalt der Leonberger Lysimeterfelder
wurden der Fachöffentlichkeit auf der Fachtagung "Qualifizierte
Rekultivierungsschichten" (Dezember 2005 Böblingen)
präsentiert.
Der Tagungsband
steht als pdf-Datei zur Verfügung.
Weitere Berichte und Publikationen:
BWPLUS-Zwischenbericht 2004
(pdf 370 kB)
BWPLUS-Zwischenbericht 2006
(pdf 180 kB)
Beitrag Leipziger Deponietage 2006
(pdf 370 kB)
Eine ausführliche Dokumentation der Versuche und der Versuchsanlage
ist in der Schriftenreihe des
Instituts für Landespflege erschienen:
P. Wattendorf, W. Konold & O. Ehrmann (2005): Rekultivierungsschichten
und Wurzelsperren, Culterra
Band 41, 268 S., Freiburg
Gefördert durch
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Land Baden-Württemberg
Förderprojekt "Lebensgrundlage Umwelt und ihre Sicherung"
(BWPLUS)
BWD 21010
BWU 26004
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Abfallwirtschaftsbetrieb
Landkreis Böblingen |
Projektpartner
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Universität Karlsruhe
Institut für Bodenmechanik und Felsmechanik |
| Laufzeit: |
Mai 2002 bis März 2004
September 2006 bis August 2008 |
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Finanzierung:
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Land Baden-Württemberg
(Programm BW-PLUS)
und
Landkreis Böblingen
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Leitung:
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Bearbeitung:
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Dr. Peter Wattendorf
Dr.Otto Ehrmann
Büro für Bodenmikromorphologie +
Bodenbiologie
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