Einsatz der Ressource Holz in historischen Weinbergen in Deutschland
Matthias Breuer, Bacherlorarbeit - 2009
Zusammenfassung (English summary below)
Im Gegensatz zu heute bestanden in historischen Weinbergen jegliche Rebstützen aus Holz. Die Ressource Holz war nicht unerschöpflich und musste dennoch aufgrund seiner raschen Vergänglichkeit in Weinbergen kontinuierlich verfügbar sein.
Sowohl aktuelle und zeitgenössische Fachliteratur als auch eine Regestensammlung aus dem Fürstlich Castell’schen Archiv wurden in einem historisch-geographischen Ansatz analysiert. Hierbei wurden neben den heutigen auch ehemalige Weinbaugebiete untersucht.
Die Menge der verwendeten Ressource Holz konnte in Abhängigkeit von der Anzahl der Rebstöcke pro Flächeneinheit, der Erziehung und der Lebensdauer ermittelt werden. Der immense Holzbedarf wirkte sich enorm auf die Waldwirtschaft und somit auf das Landschaftsbild aus. Sowohl die Herstellung des Weinbersholzes als auch seine Verwendung war räumlich sehr differenziert. Je nach Erziehungsart war der Holzbedarf hoch bis immens. Im Spektrum der verwendeten Baumarten finden sich auch nicht-stockausschlagsfähige Baumarten wieder. Eine besondere Rolle spielten hierbei die von den Römern eingeführte Edelkastanie und die Robinie. Die stoffliche Abhängigkeit des Weinbaus benötigte komplementäre Bewirtschaftungssformen wie Kopfweidenkulturen und Niederwälder. Nicht unerhebliche Flächen an Kopfweiden lieferten die „Bandweiden“ zum Binden der Triebe. Besonders in Weinbauregionen gehörten diese Bedarfskulturen zum charakteristischen Landschaftsbild. Jedoch wurde Weinbergsholz auch als wichtiges Handelsgut über weite Distanzen meist über Wasser transportiert. Viele Rebflächen wurden zudem mit Flecht- oder Lattenzäunen eingefriedet. Die seit dem 13. Jahrhundert bezeugten Weinbergsarbeiten mit Pfählen verdeutlichen, dass ein erheblicher Anteil der Erlöse für Holz und Lohnkosten aufgewendet werden musste. Die hohen Kosten führten ab dem 19. Jhd. schließlich zur Einführung der Drahterziehung. Dies bewirkte wiederum einen Rückgang der Bedarfskulturen.
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Mai – Juli 2009 |
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Matthias Breuer |
Summary
The Application of Wood Resources in Historical Vineyards in Germany
Matthias Breuer, BSc thesis - 2009
In contrast to today, all pillars supporting the vines in historical vineyards consisted of wood. The resource was exhaustible and due to its fast perishability there was a constant demand for it to be available.
Current and contemporary literature, along with research in the archive of the Princes of Castell, was analyzed under a historic-geographic approach. As well as the current wine areas, former areas have also been observed.
The researched amounts of wood resources used depended on vines per unit of area, cultivation method and life persistency. The extremely high demand of wood influenced the forestry and therefore the characteristic landscape. The production of wood used for vineyards and its usage differed regionally. Depending on the cultivation method the demand of wood was high to immense. The range of used tree species also contains some that have no ability of coppicing. Black Locust and Sweet Chestnut were introduced by the Romans and play an influential role. Viticulture was dependant on complementary forms of cultivation such as pollard willows and coppices. Significant areas of pollard willows supplied the material used for attaching the shoots of the vines. Especially in winegrowing regions those complementary cultivations were part of the characteristic landscape. Nevertheless the (vineyard wood) was transported as an important article of commerce over long distances, mostly via waterways. Furthermore, many vineyards were walled by wattle fences or paling. The intensive work with wooden posts in vineyards, which is evident since the 13 th century, clarifies that a substantial percentage of the proceeds were spent on material and labour costs. In the 19 th century these high costs lead to the introduction of wire in certain cultivation methods. This resulted in the rapid decline of the described complementary cultivations.
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