Entwicklungskonzept für den Fürstlichen Park in
Inzigkofen-Synergien zwischen Gartendenkmalpflege,
Naturschutz und Forstwirtschaft
Der Fürstliche Landschaftspark in Inzigkofen macht in
seinem aktuellen Zustand einen verwilderten und
ungepflegten Eindruck. Viele ehemalige Gestaltungselemente
aus der Gründungszeit um 1829, wie Sichtbeziehungen,
Freiflächen, Rondelle und Plätze sind heute nicht mehr oder
nur noch schwer erkennbar. Insgesamt prägen
Pflegerückstände, mangelnde Erschließung und stellenweise
Fichtenaufforstungsflächen das Parkbild.
Ziel dieser Arbeit war es deshalb, ein Entwicklungs- und
Pflegekonzept zu erarbeiten, um die Parkanlage zu erhalten
und die Erlebbarkeit für die Öffentlichkeit zu sichern. Das
Ensemble aus Gebäudekomplexen und Landschaftspark soll
langfristig bewahrt werden. Mit steuernden Eingriffen und
kontinuierlicher Pflege können die Attraktivität und das
Raumkonzept der Gartenanlage wieder aufgewertet werden.
Der historische Zustand und die Geschichte der Fürstlichen
Anlagen wurden auf der Grundlage von Primär- und
Sekundärquellen analysiert. Parallel dazu wurden vor Ort
aktuelle Bestandesbeschreibungen 2007 der Parkflächen
erstellt. Unter Berücksichtigung der Synergieeffekte
zwischen den drei Fachdisziplinen Gartendenkmalpflege,
Naturschutz und Forstwirtschaft wurde eine Prioritätenliste
mit den geplanten Maßnahmen erarbeitet. Die
Prioritätenliste ist in dieser Untersuchung als
Maßnahmenkatalog für die Planung zu verstehen.
Auf der Basis der erhobenen und gewonnenen Ergebnisse und
Informationen ergab sich eine Schwerpunktsetzung auf der
Fachdisziplin Gartendenkmalpflege, weil die Parkanlage in
Inzigkofen ein Zeugnis der Kulturgeschichte ist. Außerdem
hat sie die Qualität eines Kulturdenkmals von besonderer
Bedeutung nach § 12 DSchG Baden-Württemberg. Viele historische Spuren sind bis heute erhalten
geblieben. Bei einigen Althölzern, besonders den
Alleebäumen, handelt es sich höchstwahrscheinlich um die
original gepflanzten Bäume aus dem 19. Jahrhundert. Aber
auch der Naturschutz hat in dem Park einen hohen
Stellenwert. Eine Fülle von Naturschutzkriterien wie
Artenvielfalt, Strukturvielfalt und hohe Tot- und
Altholzanteile machen den Park zu einem wichtigen Refugium
für seltene Flora- und Faunaarten. Die Forstwirtschaft
spielt nur eine nebensächliche Rolle in Inzigkofen, weil
keine effiziente und effektive Forstwirtschaft auf dem sehr
flachgründigen und felsigen Standort möglich ist.
Die Wiederfreistellung von Blickbeziehungen und die
Erhaltung von Wiesen (Freiflächen), die Förderung des
Laubholzanteils und der Schutz der Alleen sind prioritäre
Entwicklungsmaßnahmen. Die Donau stellte einst das zentrale
Element in dem Landschaftspark dar. Gegenwärtig wird der
Fluss jedoch von den Nutzern der Anlage eher als eine
Barriere wahrgenommen, denn eine direkte Verbindung der
zwei Parkareale über die Donau fehlt. Die Wiederherstellung
dieser Verbindung, zwischen dem „Vorderen Parkteil“
(Hauptpark) und der Eremitage auf dem gegenüberlegenden
Donauufer in Form eines Stegs oder einer Bootsverbindung
ist die wichtigste Aufgabe für die Zukunft. Sie steht
deshalb auch an erster Stelle der Prioritätenliste.
Das Beispiel der Fürstlichen Anlagen in Inzigkofen
veranschaulicht sehr deutlich, wie ergiebig der Dialog
zwischen den verschiedenen Fachdisziplinen sein kann. Durch
die Verbindung von verschiedenen fachlichen Blickwinkeln
entstanden für die zukünftige Entwicklung und Pflege des
Fürstlichen Landschaftsparks ein integratives Konzept und
eine Maßnahmenliste. Diese Verknüpfung kann den Fortbestand
des Parks als bedeutendes Kulturdenkmal mit schützenswerten
Arten und Lebensräumen garantieren, wobei im Zuge der
anfallenden Maßnahmen auch forstwirtschaftlicher Nutzen
erzielt werden kann.
| Projektleiter: |
|
| Bearbeitung: |
Katharina Glaum
|
|
|