Die Eschach bei Leutkirch im Allgäu: Geschichte und Zustand eines Kulturlandschaftsgewässers

Untersuchungsgebiet: Das Untersuchungsgebiet umfasst den Oberlauf der Eschach und erstreckt sich von der Quelle auf 1092 m NN Höhe, die sich auf bayerischem Gebiet befindet, bis zur Stadtgrenze Leutkirchs in Baden-Württemberg. Der städtische und sich anschließende Unterlauf der Eschach werden bei der Untersuchung nicht berücksichtigt.

Inhalt: Die Eschach ist ein voralpiner Fluss und charakterisiert durch ein stark schwankendes Abflussregime. Die starken Schwankungen äußern sich sowohl in extremen Abflüssen zur Zeit der Schneeschmelze bzw. nach Starkniederschlägen in den Sommermonaten als auch durch ausgeprägten Wasserentzug in Form von Versickerung des Wassers. Während der Starkniederschläge führt der Fluss große Mengen von Geschiebe mit sich. Durch flussbauliche Korrekturen wurde die Gestalt der Eschach geändert, so dass sie sich nicht mehr frei bewegen konnte. In der Folge verringerte sich die Fließgeschwindigkeit und das transportierte Geschiebe lagerte sich ab. Diese Sedimentation führte zu einer Erhöhung der Sohle und anthropogene Einflüsse führten im Laufe der Jahrhunderte zu einer Entwicklung von urtümlichen Uferwällen. Daraus resultierend fließt die Eschach heute auf einer Länge von 6 km bis zu 2 m über dem Geländeniveau. Die Uferwälle bergen jedoch die Gefahr in sich, dass sie die Hochwasserproblematik verschärfen, da der Flusslauf nun kanalisiert wird. Im Hochwasserfall können so große Schäden entstehen, weil die Abflussleistung erhöht wird und kein natürliches Retentionsvolumen die Wassermassen abpuffern kann. Leutkirch steht auch in der Gegenwart weiterhin vor diesem Problem. Des Weiteren soll auf die Nutzungsgeschichte eingegangen werden, die zur Veränderung bzw. zur Beeinträchtigung der Eschach führte. Unter diesem Aspekt ist vor allem das Mühlwesen und die Wasserkraftnutzung, aber auch die Flößerei, Wiesenwässerung, Kiesnutzung und Fischerei zu nennen.

Ziel: Die Diplomarbeit soll die Geschichte der Eschach aufdecken, sowie jene Nutzungsformen darlegen, die sich verändernd und gestaltend auf den natürlichen Zustand auswirkten. Hinweise und Quellen über anthropogene Einflüsse sollen unter anderem die Datierung und die geschichtliche Einordnung der Uferwälle ermöglichen.

Es sollen eine denkmalpflegerische Bewertung der Uferwälle geleistet und Methoden erarbeitet werden, die eine Unterhaltung der Eschach regeln. Zudem werden Lösungsvorschläge dargestellt, die den Umgang mit den Uferwällen regeln, um zur Verringerung der Hochwasserproblematik beizutragen.

Untersuchungsmethoden: Literaturrecherche, sowohl in staatlichen als auch privaten Archiven, Auswertung von Kartenmaterial, Befragung von Experten bzw. betroffenen Personen. Geländeaufnahmen an der Eschach. Die Literaturrecherche soll sich vorwiegend auf Primärquellen stützen.

Laufzeit:
November 2004 bis Mai 2005
Projektleiter:
Prof. Dr. Werner Konold
Korreferent:
PD Dr. Uwe E. Schmidt
Bearbeitung:
Falko Haas (falconiformes@web.de)



 

 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
Aktualisiert: 16.02.05