Genese, kulturhistorische Wertigkeit und Zukunft der „lichten Wälder“ auf der Ostalb
Lichte Wälder:
Die Schwäbische Alb ist ein alter Siedlungsraum; ihre Landschaften wurden von der Nutzung des Menschen geprägt. Ihre charakteristischen Heiden und Magerrasen sind durch Jahrhunderte langes Beweiden, vor allem durch Schafe, entstanden. Die „lichten Wälder“ sind Bestände von tiefkronigen Waldbäumen, die auf ehemaligen Allmendflächen stehen. Die Flächen wurden als Viehweide genutzt. Es ist bekannt, dass auf Weiden einzelne, so genannte Hutebäume gepflanzt oder zumindest gefördert wurden. Hutewälder entstanden sukzessive durch langandauernden Verbiss des Viehs. Die „lichten Wälder“ passen in keines der beiden Schemata: Es handelt sich vorwiegend um Eichen, die hier natürlicher Weise der Buche unterlegen wären. Die Bestände sind relativ homogen, was die Verteilung und das Alter anbelangt, so dass der Eindruck einer gezielten Anlage entsteht. Untermauert wird diese Annahme durch ein Visitationsprotokoll von 1843, das eine Bepflanzung der Allmendflächen mit Waldbäumen anordnet.
Untersuchungsgebiet:
Im Fokus der Untersuchung sind die „lichten Wälder“ der Gemeinden Steinheim und Gerstetten. Sie liegen in der Region Albuch auf der Ostalb. Die kargen Hänge der Alb sind meist flachgründig und wenig fruchtbar und wurden deshalb extensiv, vorwiegend als Weideland genutzt. Im letzten Jahrhundert ging die Hälfte der Heiden der Schwäbischen Alb verloren. Viele Flächen wurden aufgeforstet oder sind natürlich verbuscht. Um die verbleibenden Heideflächen zu erhalten, muss die Nutzung weitergeführt werden. Dazu wird die Beweidung gefördert und/oder durch Pflegeeinsätze ergänzt bzw. imitiert.
Ziel: Die Arbeit soll die Entstehung der „lichten Wälder“ im historischen Kontext erklären. Unter der Annahme, dass es sich um Pflanzungen handelt, leiten sich folgende Fragestellungen ab: Wer veranlasste die Pflanzungen? Was waren die Hintergründe? Welche Rolle spielte dabei Forstrat W. H. von Gwinner, der Verfasser des Visitationsprotokolls? Teilziel ist es dabei, eine Bestandsaufnahme der „lichten Wälder“ über deren Größe, Lage und Zustand zu erstellen. Daraus können Zukunftsbilder dieses besonderen Landschaftselements abgeleitet werden.
Untersuchungsmethoden:
- Archivarbeit über Allmenden des Jagstkreises, speziell der Gemeinden Steinheim und Gerstetten
- Literaturrecherche über Land- und Forstwirtschaft des 19. Jahrhunderts
- Biographische Methode auf die Person Gwinners angewandt
- Geländearbeit: Status und Kartierung der „lichten Wälder“.
| Laufzeit: |
11.2007 - 05.2008
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| Projektleiter: |
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| Betreuer: |
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| Bearbeitung: |
Simone Heit
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