Untersuchungen zur Bestandessituation der Hohltaube (Columba oenas) am Schönberg
Linda Heuchele, Bachelorarbeit - 2008
Hintergrund:
Die in den letzten Jahrzehnten stattgefundene Intensivierung der Forstwirtschaft brachte viele Veränderungen mit sich, die sich unter anderem auch auf die Fauna der Wälder auswirken. Tierarten, welche auf das Vorhandensein von Baumhöhlen angewiesen sind, sind hiervon besonders betroffen, da durch die verkürzten Umtriebszeiten und die verstärkte Entnahme höhlenreicher sowie stammfauler Althölzer natürliche Baumhöhlen immer seltener werden. Da auch von Krankheiten oder Schädlingen befallene oder absterbende Bäume oftmals geschlagen werden, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich neue natürliche Fäulnishöhlen herausbilden können sehr gering. Somit nehmen die Spechte (Picidae) als einzige Vogelfamilie, welche Nisthöhlen in Bäume zimmern kann, in den bewirtschafteten Wäldern eine Schlüsselfunktion in der Bereitstellung von Höhlen ein. Die Diversität und Anzahl der Baumhöhlen wird durch anthropogene Eingriffe stark reduziert. Hieraus resultiert, dass Höhlenbrüter wie zum Beispiel Hohltaube (Columba oenas), Dohle (Corvus monedula), Star (Sturnus vulgaris) und Raufußkauz (Aegolius funereus) sowie diverse Wespen- und Wildbienenarten in bewirtschafteten Wäldern in starker interspezifischer sowie intraspezifischer Konkurrenz um die wenigen vorhandenen Bruthöhlen stehen. Die Hohltaube ist in Baden- Württemberg auf die Nutzung von Schwarzspechthöhlen (Dryocopus martius) spezialisiert und daher auf mindestens 100-jährige einschichtige Rotbuchen (Fagus sylvatica)-Altholzbestände bzw. Rotbuchen-Mischbestände konzentriert. Die Hohltaube steht in Baden-Württemberg auf der Vorwarnliste und weist einen negativen Bestandstrend auf. Als Gefährdungsursachen für diesen Höhlenbrüter werden neben dem Verlust von potentiellen Bruthöhlen durch die oben genannten Änderungen in der Bewirtschaftung von Altholzbeständen der Rückgang der Nahrungsgrundlage durch den vermehrten Einsatz von Bioziden in der Landwirtschaft sowie klimatische Einflüsse genannt.
Ziele:
Da postuliert wurde, dass der Bestand der Hohltaube (Columba oenas) am Schönberg (nahe Freiburg i. Brsg.) rückläufig sei, wurde im Rahmen dieser Bachelorarbeit eine quantitative Bestandserfassung der Hohltaube im Schönberg-Gebiet durchgeführt. Da Nahrungsmangel als eine Gefährdungsursache für die Hohltaube angesehen wird und die nicht bedrohte Ringeltaube ein ähnliches Nahrungsspektrum nutzt wie die Hohltaube, wurde ihr Vorkommen und ihre Bestandssituation als Indikator für die Nahrungssituation am Schönberg herangezogen. Des Weiteren sollte der aktuelle Stand des Wissens über die Habitatansprüche, Biologie sowie Lebensweise der Hohltaube dargestellt werden.
Methodik:
Als Methode für die Bestandserfassung wurde die Punkttaxierung gewählt. Um den Grad der Überschneidung der Nahrungsspektren von Hohl- und Ringeltaube zu ermitteln, wurde eine umfassende Literaturrecherche durchgeführt.
| Laufzeit: |
April 2008 - Juli 2008 |
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Linda Heuchele |
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