Entwicklung der Gewässerstruktur und Vegetation entlang eines renaturierten und beweideten Fließgewässers
Problemstellung:
Gewässer und ihre Auen unterliegen seit jeher den Einflüssen des Menschen. Besonders im letzten Jahrhundert wurde durch Regulierung und Begradigungen der Gewässer, sowie einer intensivierten Nutzung der Auen die natürliche Biodiversität stark eingeschränkt. Die potenziell sehr hohe biologische Vielfalt von Auen begründet sich in natürlichen Störungen, wie Überschwemmungen oder Tritt und Fraß großer Herbivoren. Diese Störungen verursachen ein Mosaik aus Habitaten (strukturelle Diversität), welches einer Dynamik (prozessuale Diversität) unterliegt und somit einer Vielzahl von Arten Lebensraum bieten kann. Durch die o.g. anthropogenen Eingriffe kam es in den letzten Jahrzehnten folglich zu einem Verlust zahlreicher Tier- und Pflanzenarten.
Um solche Arten schützen zu können, müssen ihre Lebensräume erhalten oder neu geschaffen werden. Dies geschieht durch Renaturierungs- und Revitalisierungsmaßnahmen an Fliegewässern, aber auch durch den Einsatz von Großherbivoren zur Erhaltung halboffener Landschaften. Die Administration des Eaux et Fôrets in Luxemburg hat an einem Abschnitt des kleinen Flusses Syre (im Südosten Luxemburg) die Renaturierung dieses Fließgewässers mit der Offenhaltung des angrenzenden Grünlandes durch eine extensive Beweidung mit Galloway-Rindern kombiniert. Das Institut für Landespflege untersucht in einem Forschungsprojekt das naturschutzfachliche Potenzial dieser Maßnahme. Die Magisterarbeit ist in dieses Projekt eingebettet und hat das Ziel, die Auswirkungen der Renaturierung und der Beweidung auf die Entwicklung der Gewässerstruktur sowie der gewässernahen Vegetation zu erfassen und zu analysieren.
Methoden:
Die Aufnahmen der Gewässerstruktur sowie der Vegetation wurden in drei Gebieten vorgenommen. Zusätzlich zu der renaturierten Fläche wurde jeweils ein Gebiet am Ober- sowie am Unterlauf untersucht, um Vergleichsdaten zu erhalten. Beide Gebiete schließen unmittelbar an die Renaturierung an. Die einzelnen Flächen wurden in 50m-Abschnitte eingeteilt. Dies entspricht, gemessen an der Gewässerbreite, nicht den Vorgaben der LAWA, schien jedoch aufgrund der vorgefunden Gewässerstruktur für eine detaillierte Erfassung dieser geeigneter als 100m-Abschnitte. Für die Vegetationsaufnahmen wurde in jedem Abschnitt auf jeder Uferseite ein 2m x 2m großes Quadrat festgelegt. Dies erfolgte nach Zufallszahlen. Um ausschließlich die gewässernahe Vegetation zu erfassen wurden die Abschnitte auf eine Breite von 5m ausgehend vom Gewässerrand begrenzt. Innerhalb der Quadrate wurde Deckung der einzelnen Arten anhand der Londo-Skala geschätzt. Da es sich hierbei um eine Dezimalskala handelt, erübrigt sich ein Umrechnen der Schätzdaten vor der statistischen Auswertung.
Die Analyse der Vegetationsaufnahmen soll einen Einblick geben, welche Einflüsse auf die Entwicklung wirken und welche Auswirkungen sie haben. Anhand der Vergleichsdaten der Flächen außerhalb des renaturierten Gebietes kann die Vegetationsentwicklung bewertet und evt. eine Prognose für den weiteren Verlauf aufgestellt werden. Um die Ergebnisse auch allgemein formulieren zu können, soll die Vegetation durch verschiedene Kriterien klassifiziert werden. Die Einteilung in Gruppen erfolgt anhand von strukturellen und funktionellen Merkmalen, die die verschiedenen Anpassungen der Pflanzen an entscheidenden Einflüsse beschreiben. Dazu zählen u.a. Lebensformen, Wuchsformen, Ausbreitungsmechanismen, Konkurrenzverhalten. Durch diese Klassifizierungen können Ergebnisse verallgemeinert und somit auf ähnliche Situationen und Standorte übertragen werden.
Au ßer der Gewässerstrukturgüte soll zusätzlich die Gewässergüte untersucht werden. Dazu wurde an vier Stellen, jeweils eine am Ober- und Unterlauf und zwei in der renaturierten Fläche, gekäschert. Die Tiere werden bestimmt und die biologische Gewässergüte anhand eines vereinfachten Bewertungsverfahrens (nach VDG e.V) ermittelt.
| Laufzeit: |
Mai 2006 - Februar. 2007
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| Projektleiter: |
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Korreferent:
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Prof. Dr. Rainer Glawion |
| Betreuer: |
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| Bearbeitung: |
Lena Krüll
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