Wahrnehmung neuartiger Landschaftsstrukturen

Hintergrund: Mit der rasanten industriellen und technologischen Entwicklung, die Gesellschaft und Zeitgeist derzeit prägen, verändert sich auch das Bild der uns umgebenden Landschaft schneller, großflächiger und weitreichender, als in vergangenen Zeitaltern. Dieser Wandel manifestiert sich besonders im verstärkten Auftreten neuartiger Landschaftsstrukturen und -Elemente seit den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Im Gegensatz zu historischen anthropogenen Landschaftsstrukturen tragen die neuartigen meist eine negative Konnotation. Sie ist das Ergebnis subjektiver Wahrnehmungs- und Bewertungsvorgänge im Betrachter.

Wahrnehmung unterliegt vielen Einflüssen und ist grundsätzlich nicht verallgemeinerbar. Bestimmte einheitliche Grundzüge sind gegeben, da sie biologisch bedingt sind. Weiterhin spielen jedoch individuell variierende Faktoren eine entscheidende Rolle für unser ästhetisches Empfinden. Dies sind unter anderem gesellschaftliche Werte und Normen, Medien (Propaganda, Aktualität, Häufigkeit und Art der Berichterstattung), Politik und Wirtschaft (Wirtschaftswachstum, internationaler Wettbewerb, Prestige, Energieversorgung), Einkommen (Landschaft als Konsumgut in der Freizeit, Tourismus) und Bildung (Hintergrundwissen, Reflexion, Empathie).

Ziel: Ziel der Diplomarbeit ist einerseits das Erstellen einer kurzen Übersicht über neuartige Landschaftsstrukturen, mit Angaben zu geographischer Verbreitung, Fernwirkung und Zeitraum des erstmaligen Auftretens in der Landschaft. Andererseits soll mithilfe von Bildbefragungen die Wahrnehmung neuartiger Landschaftsstrukturen durch die allgemeine Bevölkerung untersucht werden.

Methodik: Dafür werden aus der Übersicht über neuartige Landschaftsstrukturen drei Elemente als Grundlage für die Befragungen ausgewählt. Die Befragten sind zum einen Bürger der Stadt Freiburg, zum anderen Bewohner umliegender ländlicher Regionen. Es werden pro Gruppe 6 Personen befragt.

Die Befragung erfolgt nach der Methode des problemzentrierten Interviews (Lamnek 2005). Bei dieser Form des qualitativen Interviews handelt es sich um eine Methodenkombination mit deren Hilfe eine Forschungsfrage von verschiedenen Seiten her angegangen wird. Die Integration deduktiver und induktiver, sowie qualitativer und quantitativer Techniken erhöht den Erkenntnisgewinn und verringert tendenziöse Einflüsse (vgl. Lamnek 2005).

Die Interviews werden aufgezeichnet und transkribiert, um sie anschließend mithilfe der Zusammenfassenden Qualitativen Inhaltsanalyse (Mayring 2002) auswerten zu können. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf der Verdichtung und Verallgemeinerung der Antworten, um anschließend die Kriterien und Assoziationen, die der Wahrnehmung und Bewertung durch die Bevölkerung zugrunde liegen, zusammenfassen zu können.

 

Laufzeit:
Mai. 2006 - Nov. 2006
Projektleiter:
Prof. Dr. Werner Konold
Korreferent:
Prof. Dr. Jörg Stadelbauer
Betreuer:
Korinna Thiem, Kristina Langarová
Bearbeitung: Angela Lüchtrath



 

 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
Aktualisiert: 04.09.06  kai