"Mythos Wildnis" - Innenaussichten der aktuellen Wildnisdebatte
in den Alpen (Il mito della wilderness - Una visione dall'interno
dell'attuale dibattito sulla wilderness nelle alpi.)
Kontext:
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist in den Alpen ein starker Rückgang
der Landnutzung zu beobachten. In den sechziger Jahren des Zwanzigsten
Jahrhunderts führte dies zu einer fast vollständigen Aufgabe
der Bewirtschaftung. Dies markierte besonders in den Südalpen
den Beginn einer völligen Aufgabe der Landnutzung, oftmals
in Kombination mit Abwanderung der ländlichen Bevölkerung
in die Städte. In der Folge entstanden vor allem in den Südwestalpen
ausgedehnte Bracheflächen, die inzwischen mit Zwergstrauchheiden,
Gebüschen oder Wäldern bewachsen sind. Diese Entwicklung
dürfte unter den derzeitigen Rahmenbedingungen auch andere
Bereiche der Alpen erfassen.
Eine Verbrachung großer Flächen findet zunehmend Befürworter,
die darin neue, bisher ungeahnte Möglichkeiten im Naturschutz
sehen. Auf solchen Flächen, die aus der land- und forstwirtschaftlichen
Nutzung fallen, könne, so fordern diese Stimmen, sich die Natur
frei entwickeln. Die freie, ungestörte Entwicklung der Natur,
dem "Prozessschutz" solle auf großen Flächen
Vorrang gegenüber anderen möglichen Nutzungen eingeräumt
werden. Viele, die dem Brachfallen großer Flächen in
den Alpen gegenüber positiv eingestellt sind, sehen darin Freiräume
für ein ungestörtes Wirken der Natur und ein Wiedererwachen
von "Wildnis" in den Alpen.
Fragestellung:
Anhand einer Literaturstudie sollen folgende Aspekte herausgearbeitet
werden: Was macht "Wildnis" im europäisch - alpinen
Kontext grundsätzlich aus? Die Alpen als ein recht dicht besiedeltes
Gebiet, welches bis fast in den letzten Winkel erschlossen ist,
ist zunächst schwer mit Wildnis in Verbindung zu bringen.
Wie wird Wildnis wahrgenommen? Ist Wildnis in den Alpen tatsächlich
fassbar und welche Qualitäten werden ihr zugesprochen? Welche
physischen Qualitäten der realen Umwelt werden mit "Wildnis"
in Verbindung gebracht? Welche Beschaffenheit muss sie aufweisen,
damit sie als solche wahrgenommen wird? Welche Assoziationen, Empfindungen
und imaginären Attribute müssen mitschwingen, damit ein
Landschaftsausschnitt oder ein Gebiet zur "Wildnis" wird?
In dieser Arbeit soll versucht werden, die unterschiedlichen Wahrnehmungs-
und Sichtweisen herauszuarbeiten.
| Laufzeit: |
November 2001 - Mai 2002
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| Projektleiter: |
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Korreferent:
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PD Dr. Dr. U.E. Schmidt
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| Betreuer: |
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| Bearbeitung: |
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