Entwässerungssysteme in historischen Weinbergen
Hintergrund
In Baden-Württemberg gibt es nur noch wenige historische Weinbergslagen im traditionellen Terrassenbau. Diese Terrassenanlagen gehen teilweise bis auf das Spätmittelalter (ca. 1250 bis 1500 n.Chr.) zurück und prägen mit ihren Trockenmauern und Treppen das Landschaftsbild entscheidend. Der kulturhistorische, naturschutzfachliche und denkmalpflegerische Wert dieser Weinbergslagen ist enorm und ihr Verlust wäre fatal.
Ein wichtiges, aber bisher wenig beachtetes Element, dieser Terrassenanlagen sind die Entwässerungssysteme. Sie dienen dem Schutz der Terrassen und Mauern gegen Hangzugwasser, Hangdruck und Starkregen sowie der damit verbundenen Erosion. Das überschüssige Wasser wird über Rinnen, Treppen und weitere Elemente gezielt ab- und am Fuß des Hanges in Sedimentationsbecken geleitet, in denen sich der Schlamm absetzen kann.
Die Kenntnisse über die unterschiedlichen Elemente und ihre genaue Funktionsweise sind allerdings nur spärlich.
Ziel
Das Ziel der Diplomarbeit, die im Rahmen des Projektes Historische Weinberge erfolgt, ist es, die Kenntnisse zu vertiefen, indem für einige beispielhafte historische Weinbergslagen die Strukturen kartiert und analysiert werden. Im Vordergrund stehen dabei unter anderem folgende Forschungsfragen:
Was für entwässernde Strukturen und Elemente gibt es?
Welche Form und Funktion haben diese Elemente?
Gibt es Unterschiede zwischen den Systemen verschiedener Weinberge?
Vorgehensweise
Bei den Untersuchungen werden die Methoden der historischen Landschaftsanalyse und der „oral history“ (Zeitzeugengespräche) angewendet.
In den Untersuchungsgebieten Roßwag und Mühlhausen an der Enz sowie Kernen-Stetten im Remstal werden die noch vorhandenen Strukturen des Entwässerungssystems kartiert und mit einem Geographischen Informationssystem (GIS) verarbeitet.
Nach der Kartierung der Elemente werden diese einzeln auf ihre Bauweise und Funktion hin untersucht und typologisiert. Weiterhin werden auch ältere Winzer und andere lokale Experten, wie z.B. Trockenmaurer in Anlehnung an die Methode der mündlichen Überlieferung befragt, da diesen die Nomenklatur und Funktionsweise der Strukturen am geläufigsten sind.
Die gewonnenen Daten und Erfahrungen dienen der Analyse und können Rückschlüsse darauf gewähren, wie die Elemente zusammenspielen und zu einem funktionierenden System werden.
| Laufzeit: |
Mai 2008 – November 2008 |
| Projektleiter: |
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| Koreferent: |
Prof. Dr. Uwe E. Schmidt |
| Betreuer: |
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| Bearbeitung: |
Hannes Napp |
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