Nutzungsgeschichte und Vegetationsstruktur von Steineichen-Dehesas
auf der Gemarkung Monroy in Südwest-Spanien
Hintergrund: Die Dehesas der iberischen Halbinsel - offene Wälder
aus Stein- und Korkeichen, die forst-, weidewirtschaftlich und ackerbaulich
genutzt werden - gelten als Modell für eine nachhaltige Ressourcenbewirtschaftung,
die - als eines der artenreichsten Ökosysteme Europas - gleichermaßen
die Natur schützt wie auch Nahrungsmittel und Energie produziert.
In Frage gestellt wird die Nachhaltigkeit dieses traditionellen
Nutzungssystems jedoch durch eine weit verbreitete Überalterung
der Baumschicht und dem Ausbleiben der Verjüngung von Eichensämlingen.
Ein Forschungsprojekt am Institut für Landespflege beschäftigt
sich mit den nutzungsgeschichtlichen Ursachen dieses Verjüngungsproblems.
Ziel ist die Entwicklung eines Nutzungsmodells, das eine zukünftige
Verjüngung der immergrünen Eichenarten und damit den Erhalt
der Dehesas ermöglicht.
Thema: Die Fragestellung der Diplomarbeit ist, wie sich Nutzungsregime
und Faktoren der Land- und Forstwirtschaft in Geschichte und Gegenwart
auf die Vegetationsstruktur und insbesondere die Verjüngung
der Steineiche auswirken. Dazu werden drei für die Region typische
und repräsentative Dehesa-Betriebe (spanisch: Fincas mit Flächengrößen
zwischen 560-800 ha) untersucht. Davon bewirtschaftet eine Finca
heute noch ihre Flächen dem klassischen Nutzungssystem folgend
sowohl ackerbaulich als auch viehwirtschaftlich. Auf den übrigen
zwei Fincas wurde der Getreideanbau im Laufe der Jahre aufgegeben
und nur die Viehwirtschaft fortgesetzt.
Ein Schwerpunkt der Arbeit ist dabei die Erfassung und flächenscharfe
Darstellung der historischen und aktuellen Nutzungen auf den Fincas
(z.B. Haltung von Schafen, Rindern, Ziegen und Schweinen; Getreideanbau;
forstliche Nutzungen wie Baumschnitt, Entbuschungen und Köhlerei;
Imkerei; Fischzucht). Dazu werden Betriebsleiter und Eigentümer
bzw. ehemalige Arbeiter zum Nutzungsregime in verschiedenen Zeitperioden
befragt, Betriebsdokumente und historische Karten ausgewertet und
Luftbilder untersucht. Strukturelemente, die Aufschluss über
die Nutzungen geben (Zäune, Wirtschaftsgebäude, Lage von
Viehtränken, Steinmauern, Köhlerplätze) werden mit
einem GPS-Gerät eingemessen mit dem Ziel der Erstellung einer
Karte und der Beschreibung des aktuellen und historischen Nutzungssystems.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Aufnahme der Vegetationsstruktur
auf den Fincas. Diese wurde mit Methoden der Distanz- und Frequenzmessung
sowohl flächendeckend, als auch in Form von Transekten - mit
zunehmendem Abstand von alten und stark frequentierten Viehtränken
- erfasst. Mit dem ersten Ansatz werden die Unterschiede der Nutzungen
zwischen verschiedenen Koppeln und Flächeneinheiten (spanisch:
Cercas) untersucht. Der zweite Ansatz dient dazu die Veränderung
der Vegetationsstruktur einem viehwirtschaftlichen Nutzungsgradienten
folgend zu erörtern. Alle erhobenen Daten werden zusammengeführt
- möglichst in einem Geo-Informationssystem - um eine Verknüpfung
von Parametern der Nutzung und der Vegetationsstruktur inklusive
der Steineichverjüngung herzustellen.
| Laufzeit: |
Januar 2002 - Juli 2002
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| Projektleiter: |
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Betreuer:
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| Bearbeitung: |
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| Kooperation: |
Dr. Fernando J. Pulido
Universidad de Extremadura, Plasencia (Spanien)
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