Vergleichende Samenbankuntersuchungen im Gebiet Sommerseite und Althütte (Blasiwald, Südschwarzwald), unter besonderer Berücksichtigung der jüngeren historischen Nutzung im räumlich-zeitlichen Wald-Weide Ökoton

Im Rahmen des Forschungsprojektes "Wald als Kulturlandschaft" soll die Diplomarbeit einen Beitrag zur Kenntnis der in den Böden ruhenden Samenbanken leisten. Von besonderem Interesse ist dabei, inwiefern sich die historische Landnutzung in den Samenbanken widerspiegelt und welche Pflanzenarten als keimungsfähige Samen nachgewiesen werden können. Letzteren könnte bei der Wiederherstellung inzwischen wiederbewaldeter, früher offener Landschaftsbestandteile, wie den "Weidbergen", Bedeutung zukommen.
Das Untersuchungsgebiet liegt auf etwa 1100m Höhe, in der oberen montanen bis hochmontanen Stufe des Südschwarzwaldes, über Bärhalde- und Schluchseegranit. Die heute noch waldfreien Bestandteile der Kulturlandschaft finden sich grossenteils auf würmeiszeitlichen Talfüllungen und stellen überwiegend Weideflächen sowie, in geringerem Maße, meist intensiver genutztes Schnittgrünland auf ehemaligen Ackerstandorten dar. Eingestreut finden sich von Fichten dominierte Sukzessionsflächen, die sich oft auf steinigen Seiten- und Endmoränen bildeten. Auf den siedlungsferneren Anhöhen der Talränder fanden sich noch bis in die Nachkriegszeit hinein vielfach sog. Weidfelder, welche heute zu grossen Teilen wiederbewaldet sind oder im Rahmen von Pflege- und Fördermassnahmen wieder offen gehalten werden.
Obwohl anzunehmen ist, dass beinahe der gesamte Blasiwald zur Blütezeit der Glashütten im 17. Jhdt. in allen Teilen bereits mindestens einmal gerodet worden ist und grossflächig entwaldet war, finden sich im Gebiet auch Wälder, welche schon Ende des 19. Jahrhunderts als solche in Karten verzeichnet waren und daher im Rahmen der Arbeit als "alte Wälder" für Vergleichszwecke herangezogen wurden.

Auf der Grundlage von Geländebegängen und Luftbildvergleichen, wurden beispielhaft 11 Flächen für eine Beprobung ausgewählt. Aus dem Zentrum jeder dieser Probeflächen wurden jeweils systematisch neun Teilproben von je ca. 750 ccm mit einem Stechzylinder bis in 15 cm Tiefe entnommen. Bohrkerne wurden dabei in die Abschnitte 0-5 cm, 5-10 cm und 10-15 cm aufgetrennt und für jede Probe zu einer unteren, mittleren und oberen Tiefenstrate vereinigt.
Bei den Probeflächen handelt es sich primär um nah benachbarte Flächen im NW Bereich der Sommerseite. Im einzelnen sind dies ein alter Wald, ein 80 -100 jähriger Fichtenbestand, eine offene Flügelginsterweide sowie drei Probenahmen in unterschiedlich stark überschirmten Bereichen in einem halboffenem waldweideartigen Gebiet. Daneben wurden je 2 Flächen in einer Tallage (feuchte Extensivweide und deren aufgeforsteter Teilbereich) sowie in Kuppenlage (Weidfeldaufforstung und alter Wald im Vergleich) nahe Althütte ausgewählt.

Nach der Probenahme wurden die Erdproben einem nass-Siebeverfahren unterzogen und dadurch volumenreduziert. Die angereicherten Erdproben wurden schließlich als dünne Lage in Pflanzschalen in einem unklimatisiertem Gewächshaus ausgebracht, um vorhandenen Samen zur Keimung zu bringen.
Zur Interpretation der Ergebnisse der Keimungsversuche sind für den Sommer die Erfassung der aktuellen Vegetation innerhalb der Probeflächen vorgesehen.
Daneben sollen Beobachtungen der Vegetationsentwicklung in frisch gerodeten Teilflächen vor Ort sowie eventuell auch eine Untersuchung der Auswirkungen der Überschirmung auf die Waldweide-Vegetation helfen, die Relevanz der Ergebnisse der Samenbankuntersuchung für die Praxis zu beurteilen.


Laufzeit:
15.04.2002 - 15.10.2002
Projektleiter:
Prof. Dr. Werner Konold
Korreferent:
N.N.
Betreuer:
Andreas Reinbolz
Bearbeitung:
Harald Schott



 

 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
Aktualisiert: 12.06.03