Der Elch als Landschaftspfleger - Fiktion oder Chance?
In Folge der Wiedervereinigung 1990 und den damit verbundenen militärischen
Umstrukturierungen (Rückzug der ehemaligen sowjetischen Truppen,
Zusammenschluß von NVA und Bundeswehr und der daraus resultierenden
Truppenreduzierung) standen Anfang bis Mitte der 90er Jahre zahlreiche
Truppenübungsplätze zur Verfügung.
Die ständige Nutzung dieser teilweise riesigen Flächen
war zum einen zu aufwendig zum anderen durch die Reduzierung der
Truppenstärke gar nicht mehr nötig.
Durch den Übungsbetrieb und die nachfolgende ungestörte
Sukzession entstanden in den 90er Jahren viele strukturreiche, mosaikartige
Flächen. Zahlreiche, teilweise bedrohte (Rote Liste) Tier-
und Pflanzenarten konnten sich nahezu ungestört entwickeln.
Deren Fortbestand und Weiterentwicklung wird nun durch fortschreitende,
flächige Verbuschung und Verwaldung bedroht.
Im Rahmen eines Forschungsprojekts des Offenlandverbundes, das
sich mit der Untersuchung diverser Verfahren zur Erhaltung ökologisch
wertvoller, ehemals militärisch genutzter Flächen beschäftigt,
werden nun verschiedene Haus- und Wildtierarten auf sukzessionsbeeinflussende
Verhaltensweisen hin untersucht.
Auf einem ehemaligen Panzerschießplatz in der Oberlausitz
in Sachsen werden neben Schafen und Ziegen auch drei Elche auf ihre
Äsungs- und Verhaltensweise hin wissenschaftlich beobachtet.
Die Besonderheit der Elche liegt zum einen in ihrer Größe
und der damit verbundenen potentiellen Höhenreichweite, die
keine andere bei uns beheimatete Wildart erreicht, sowie der Tatsache,
dass natürlich in dieser Gegend immer wieder Elche aus Polen
eingewandert bzw. durchgezogen sind. Durch den Strukturreichtum
der Landschaft und den vielen vorhandenen Wasserflächen und
teilweise sumpfigen Bodenverhältnissen sind die Lebensräume
für den Elch nahezu ideal.
Im Rahmen der Diplomarbeit wird nun untersucht, ob und wie die
Elche zur Offenhaltung und Gestaltung des ehemaligen Panzerschießplatzes
beitragen können, um so den hier angesiedelten Tier- und Pflanzenarten
ihren Lebensraum erhalten zu können.
Hierbei werden Äsungsverhalten sowie Schäl- und Fegeverhalten
im Sommer wie Winter aufgenommen und analysiert.
Die Auswertung soll zeigen, welchen Einfluß diese Verhaltensweisen
auf die Sukzession haben. Desweiteren sollen Voraussetzungen bzw.
Möglichkeiten einer eventuellen Übertragbarkeit auf andere
Gebiete aufgezeigt und diskutiert werden.
| Laufzeit: |
Frühjahr/Sommer 2003
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| Projektleiter: |
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Korreferent: Prof.
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Prof. R. Luick
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| Betreuer: |
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| Bearbeitung: |
Christoph Stotz (FH Rottenburg)
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