Auenrenaturierung und extensive Beweidung in Luxemburg: Analyse der Nutzungspräferenzen von Galloway-Rindern
Im Rahmen des interdisziplinären Forschungsprojektes „Auenrenaturierung und extensive Beweidung in Luxemburg“ soll das raum-zeitliche Nutzungsverhalten schottischer Galloway-Rinder untersucht werden. Die Rinder werden auf einer Standweide entlang des Syrtals, zur extensiven Beweidung eingesetzt und stellen eine naturschutzfachlich bedeutsame Maßnahme dar, durch welche die Biodiversität der artenreichen Feuchtwiesen erhalten werden soll.
Im Verlauf des Projektes soll die Vegetationsentwicklung im räumlichen und zeitlichen Wandel betrachtet werden sowie das Weideverhalten der Rinder und dessen Auswirkungen auf die Vegetation. Des Weiteren sind die Zusammenhänge zwischen dem Rinderverhalten und den vegetationsökologischen Faktoren von Interesse. Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen Habitatwahl, Nahrungsselektion, Nährstofftransfer sowie das Weideverhalten der Rinder.
Es wird angenommen, dass bestimmte Vegetationseinheiten bevorzugt aufgesucht werden, während andere gemieden werden. Außerdem ist eine tages- und jahreszeitliche Präferenz erkennbar. Futterwert, Mikroklima und das Verhalten der Herde üben einen Einfluss auf diese Habitatwahl aus. Die Rinder selektieren zudem nährstoffreiche sowie gut verwertbare Pflanzen, so dass durch Fraß, Tritt und Dung eine große Strukturvielfalt entsteht und Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten geschaffen wird. Außerdem kommt es durch die tages- und jahreszeitliche Bevorzugung bestimmter Vegetationseinheiten zu einer Nährstoffverlagerung innerhalb der Weide. Ein gezieltes Management kann das Weideverhalten der Rinder lenken und somit die Vegetationszusammensetzung beeinflussen. Hierfür muss das Verhalten der Herde und das des einzelnen Rindes verhaltensökologisch analysiert werden. Galloway-Rinder leben in einem Herdenverband und weisen weitgehend ein synchrones Verhalten im Fressen, Ruhen und Laufen auf, das durch tages- und jahreszeitlich charakteristische Abläufe gekennzeichnet ist. Im Projekt soll der Einfluss der Aktivitäten innerhalb der unterschiedlichen Raumausschnitte untersucht werden sowie der Frage nachgegangen werden, welche Steuerungsfaktoren dieses Verhalten beeinflussen.
Die Umsetzung der oben genannten Fragestellungen erfolgt durch unterschiedliche Methoden. Zur Ermittlung der Dungakkumulationen wird die Anzahl der Dunghaufen entlang zufällig verteilter, stratifizierter Transekte ermittelt und in Größenklassen eingeteilt. Durch visuelle Beobachtungen soll die Aktivität und Körperhaltung der Rinder aufgezeichnet werden, momentane Aufenthaltsorte der Rinder werden mit Hilfe eines GPS-Gerätes festgehalten. Ein weiteres Untersuchungskriterium ist die Nutzungsintensität, welche durch die Anzahl der Bisse bzw. Schritte pro Minute berechnet werden kann. Zur Untersuchung der Gruppensynchronität wird die Form der Herde sowie die Distanz der Tiere zueinander analysiert.
Die Besonderheit des vorliegenden Projektes besteht in der Verknüpfung von extensiver Beweidung und Auenrenaturierung. Im Zusammenhang mit dem Schutz der biologischen Vielfalt soll geklärt werden, ob die extensive Beweidung eine sinnvolle Alternative zur Mahd darstellt und die Artenvielfalt langfristig gesichert werden kann.
| Laufzeit: |
01. August 2006 – 01. April 2007
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| Projektleiter: |
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Korreferent: Prof.
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Prof. Dr. Arno Bogenrieder, Biologie, Abt. Geobotanik
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| Betreuer: |
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| Bearbeitung: |
Isabel Szabó (Msc. Biologie und Geographie) |
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