Landschaftswandel in traditionellen Weinbaugebieten am Beispiel der Gemeinden Klingenberg a. Main und Neuweier (Baden-Baden)

Hintergrund:
Die Diplomarbeit findet im Rahmen des Projektes „Historische Weinberge“ statt. Dieses hat sich zum Ziel gesetzt, in einem integrativen Ansatz mit Winzern, Natur- und Denkmalschützern einen Leitfaden für den Erhalt von stark gefährdeten traditionellen Terrassenlandschaften zu erarbeiten.
In der Diplomarbeit werden exemplarisch zwei Gebiete auf ihre Landschaftsentwicklung hin untersucht. Zum einen Neuweier bei Baden-Baden, wo sich zwei kleinflächige Reliktmauerberge mit traditionellem Charakter trotz einer großen Rebflurbereinigung der 70er Jahre erhalten ließen. Zum anderen wird die Gemeinde Klingenberg am Untermain bearbeitet, in welcher sich an den Steilhängen des Maintals noch eindrucksvolle, die Landschaft im Wesentlichen prägende Rebterrassen befinden.
Weinbauregionen wie diese erfuhren, neben den radikalen Rebflurbereinigungen, über die Jahrhunderte mannigfaltige Gestaltung durch Winzer. Heutzutage stellen sie einzigartige Kulturgüter dar, an denen die Geschichte des Weinbaus erlebbar ist.

Ziel:
Das Ziel dieser Arbeit ist es, den Wandel der Weinbaulandschaft in den Untersuchungsgebieten in seiner raum-zeitlichen Ausprägung zu beschreiben.
Es sollen hierbei Flächennutzungsveränderungen seit Beginn des 19. Jahrhunderts quantitativ und qualitativ erhoben werden.
Um die berechnete Flächenveränderung zu erklären, ist es weiterhin Ziel, die regionenspezifischen Triebkräfte für den Landschaftswandel zu erfassen.

Methodik:
Zur Anwendung kommen in der Diplomarbeit historisch geographische Methoden. So werden um Veränderungen in der Flächennutzung zu erkennen, historische Karten, Gemarkungskarten sowie topographische Karten in einem Geoinformationssystem verglichen.
Die Betrachtung der qualitativen Komponente der Flächennutzungsveränderung fordert einen weiteren Arbeitsschritt. Die Aussage, an welcher Stelle sich traditionelle Terrassenstrukturen befinden und befanden, wird durch den Abgleich der Karten mit historischem Bildmaterial und Zeitzeugenberichten getroffen. Folgen wird diesem Schritt die Kennzeichnung dieser Flächen im Geoinformationssystem, um sie abschließend zu berechnen.
Für die historische Analyse findet neben einer umfangreichen Literaturrecherche die Befragung von Sachverständigen sowie orts- und geschichtskundigen Personen statt.
Die durchgeführte historische Landschaftsanalyse findet in vier Zeitschnitten statt, welche je nach verfügbaren Quellen in den zwei Untersuchungsgebieten leicht voneinander abweichen.
Angedacht sind Zeitschnitte bei 1860, 1930, 1970 und 2007.

 

Laufzeit:
Mai 2008 – November 2008
Projektleiter:
Prof. Dr. Werner Konold
Koreferent:
Prof. Dr. Uwe E. Schmidt
Betreuer:
Claude Petit, Dr. Franz Höchtl
Bearbeitung:
Stefan Ziller



 

 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
Aktualisiert: 04.03.09