Hydrographie des Neumagens
Das Untersuchungsgebiet entspricht dem Einzugsgebiet des Neumagens.
Es erstreckt sich von den Hochlagen des Schwarzwaldes über
das Münstertal bis in die Oberrheinische Tiefebene. Vergleichbar
mit vielen Flüssen der Mittelgebirge bestimmt die Nutzung
des Neumagens für die Brennholztrift, die Wiesenwässerung
sowie als Antriebskraft für Wasserräder seit Jahrhunderten
das heutige Erscheinungsbild des Münstertals und der Staufener
Bucht. Der Neumagen ist ein kleiner Mittelgebirgsfluss, der an der
Westseite des Schauinslandmassives im südlichen Schwarzwald
entspringt. Der Fluss fließt in stark gebogenem Verlauf durch
das Münstertal. und die Staufener Bucht. Der Neumagen mündet
südlich von Hausen in die Möhlin.
Der Neumagen besitzt ein pluvio-nivales Abflussregime. Dass heißt,
der Jahresgang des Abflusses wird primär durch den Niederschlag
und sekundär durch die Schneeschmelze im Frühjahr gesteuert.
Die Schwankungsbreite des Abflusskoeffizienten ist relativ gering.
Zum einen verursacht die erhöhte Evapotranspiration im Sommer
eine Kompensation des Niederschlagsmaximums. Zum anderen werden
die Niederschläge im Winter als Schnee gespeichert. Ausgelöst
durch die hohe Evapotranspiration in der Vegetationsperiode liegen
die mittleren Abflüsse (MQ) im hydrologischen Winterhalbjahr
deutlich über denjenigen des Sommerhalbjahres. Die Niederschläge
fließen aufgrund des geringen Speichervermögens der Böden
schnell oberflächlich ab. Die Bäche reagieren schnell
auf starken oder langanhaltenden Niederschlag mit dem Ergebnis häufig
über die Ufer tretender Hochwässer.
Der durchschnittliche Abfluss des Neumagens am Pegel Untermünstertal
beträgt 1,67 m³/s (LfU,
2001). Die Jahresabfluss des Neumagens schwankt sehr stark.
Die Jahresabflusskurve des Neumagens ist eingipflig mit einem Maximum
im April von 2,45 m³/s und einem Minimum von 1,02 m³/s
im September (AMANN et al, 1998).
Tabelle:
Hauptwerte für den Neumagen/Pegel Untermünstertal.
Messperiode:1955-2001 (Quelle: LfU
Karlsruhe, 2001)
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NQ
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MNQ
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MQ
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MHQ
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HQ
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HQ100
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0,01 m³/s
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0,3 m³/s
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1,67 m³/s
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19,6 m³/s
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44,1 m³/s
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51,9m³/s
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NQ: Niedrigwasserabfluss;
MNQ: mittlerer Niedrigwasserabfluss;
MQ: mittlerer Abfluss;
MHQ: mittlerer Hochwasserabfluss;
HQ: Hochwasserabfluss;
HQ100: Jahrhunderthochwaaserabfluss
Niedrigwasser: Der Neumagen hat seine Niedrigwasserphase
in den Sommermonaten. Extremes Niedrigwasser ist besonders in den
Monaten Juli bis September zu erwarten. Der mittlere Niedrigwasserabfluss
beträgt am Pegel Untermünstertal 0,28 m³/s. Der niedrigste
Abfluss in den Jahren 1955 - 2001 wurde 1959 mit ca. 0,1 m³/s
gemessen (LfU, 2001).
Der Neumagen infiltriert bei seinem Eintritt in die Ebene ein Großteil
seines Abflusses. In den Trockenperioden von 1983, 1989 und 1990
trocknete der Neumagen zwischen Oberkrozingen und seiner Mündung
vollständig aus (AMANN et
al, 1998). Laut KELLER beträgt der Verlust infolge Abflussversickerung
im Durchschnitt 3 Mio m³/a.
Hochwasser: Hochwässer treten im Neumagengebiet im
Sommer, v.a. im Zusammenhang mit Gewitterniederschlägen, wie
auch im Winter, dann in Kombination mit der Frühjahrsschneeschmelze
auf. Der Einfluss der Schneeschmelze auf den Abfluss lässt
sich daran erkennen, dass bei verringertem Niederschlagsangebot
im April der Abfluss denjenigen des Januars um ca. 20 % übersteigt
(AMANN et al, 1998).
Der höchste gemessene Abfluss (Abflussreihe 1955 - 2001) wurde
im Mai 1994 mit 44,1 m³/s erreicht. Dieses Maihochwasser übertraf
alle bislang im Flussgebiet des Neumagens beobachteten Hochwasser.
Es gilt als das größte in der bisherigen Beobachtungsreihe
(LfU, 1994).
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