Der Kulturlandschaftskataster „Historische Gewässernutzung Münstertal“
Neben den rezenten und reliktischen Kulturlandschaftselemente berücksichtigt dieser Kataster auch Elemente, die heute materiell nicht mehr vorhanden sind. Das Inventar erfasst kleingewerbliche und bergbauliche Standorte, die vom Mittelalter bis 1929 als Triebwerke die Wasserkraft nutzten sowie weitere Nutzungen mit veränderndem Einfluss auf die Gewässer. Die Kulturlandschaftselemente wurden nach einem standardisierten Verfahren erfasst, beschrieben und in eine eigens hierfür entwickelte Datenbank (MS Access) aufgenommen.
Der Kataster setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen: Der Bestandsaufnahme, der historischen Analyse und der Bewertung.
Für die Bestandsaufnahme bildeten sowohl die Rekonstruktion der historischen Gewässernutzung als auch die Kartierung der rezenten und reliktischen Kultur-landschaftselemente die Grundlage. Die Systematik des Katasters verzichtet auf eine hierarchische Ordnung und numerische Codierung der Elementtypen. Der Vorteil liegt zum einen in der neutralen Ansprache der Elemente bei der Inventarisation, zum anderen wird eine beliebige Gruppierung der Elementtypen für weitere Analysezwecke ermöglicht. Um eventuell zu einem späteren Zeitpunkt die thematische Begrenzung des Inventars aufzuheben, erschien eine Einteilung in folgende acht Funktionsbereiche sinnvoll. Handwerk und Gewerbe, Landwirtschaft und Forstwirtschaft, Industrie und Bergbau, Siedlung, Wasserwirtschaft, Verkehr, feudale Anlagen, Anlagen und Standorte mit religiöser Bedeutung. Da vielfach die Kulturlandschaftselemente nur noch als Relikt erhalten sind, aber ursprünglich zu einer Gesamtanlage gehörten, wurde in Anlehnung an das Denkmalschutzgesetz von Baden-Württemberg ( Denkmalschutzgesetz Baden-Württemberg (DSchG BW) §2 Abs.1) eine Charakterisierung der Kulturlandschaftselemente als „Einzelelement“ oder „Sachgesamtheit“ vorgenommen.
Die historische Analyse gibt in Kurzform die Geschichte der einzelnen Elemente wieder. Die funktionalen Elemente werden hinsichtlich des Beginns ihrer Funktion (Ersterfassung, erste Erwähnung) und des Erlöschens ihrer Funktion datiert.
Kulturlandschaftskataster sehen auch eine Bewertung der Kulturlandschaftselemente vor. Im Fall des Münstertals wurde auf die Vergabe von Wertepunkten zu Gunsten einer qualitativen Bewertung verzichtet. Das bedeutet, dass die relative Bedeutung der Elemente der historischen Gewässernutzung durch eine verbale Beschreibung beurteilt wird.
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