Forschungsverbund OFFENLAND
Teilprojekt 3
Das Institut für Landespflege ist am Forschungsverbund
OFFENLAND beteiligt. Es handelt sich hierbei um ein Verbundvorhaben
der BTU-Cottbus
in Zusammenarbeit mit der Universität
Potsdam, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, dem Naturkundemuseum
Görlitz und dem Institut für Agrartechnik (ATB)
e.V. Bornim.
Ziel des Vorhabens ist es, wissenschaftliche Grundlagen und Konzepte
zu erarbeiten, mit deren Hilfe wertvolle Offenlandschaften in der
Kulturlandschaft Mitteleuropas erhalten, gestaltet und entwickelt
werden können.
Truppenübungsplätze (TÜP) bieten aufgrund ihrer
bisherigen Nutzung und Bewirtschaftung die einmalige Möglichkeit,
großräumige und nähstoffarme Lebensräume für
selten gewordene und speziell angepaßte Tiere und Pflanzen
zu sichern und deren Ausbreitung zu fördern.
Das Teilprojekt 3 des Institutes für Landespflege Freiburg
beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Gelände
eines ehemaligen TÜPs in Sachsen, insbesondere mit dem ehemaligen
Panzerschießplatz des Geländes. Dieser Platz befindet
sich inmitten des Biosphärenreservates "Oberlausitzer
Heide- und Teichlandschaft". Er zeichnet sich durch eine hohe
Zahl an Klein- und Kleinstgewässern sowie Feuchtbiotopen aus,
die in enger Verzahnung mit anderen Biotoptypen wie Sandrasen oder
Heideflächen auftreten. Diese Flachgewässer und feuchten
Bereiche sind als Nebenerscheinung der baulichen Tätigkeit
der NVA entstanden. Aufgrund des kleinräumigen Wechsels von
sehr trockenen über feuchte bis hin zu nassen Standorten sowie
dem Nebeneinander unterschiedlicher Sukzessionsstadien, ist ein
außerordentlicher Strukturreichtum vorzufinden, der eine große
Biotopvielfalt bedingt. Diese begünstigt das Vorkommen einer
sehr hohen Zahl von Arten mit unterschiedlichsten Ansprüchen
- unter ihnen wiederum sind zahlreiche vom Aussterben bedroht oder
in ihrem Bestand gefährdet.
In den letzten Jahren konnte die Sukzession in diesen Flächen
jedoch massiv voranschreiten. Gehölze erobern den nicht mehr
genutzten Panzerschießplatz. Außerdem ist die massenhafte
Ausbreitung von "Problempflanzen" wie Landreitgras oder
Spierstrauch zu beobachten, die immer größere Anteile
einnehmen und andere Arten verdrängen. Aus diesem Grund soll
als integraler Bestandteil des Gesamtvorhabens auf dem ehemaligen
Panzerschießplatz der Einsatz laubäsender Großsäuger
und gehüteter Haustiere als Agentien der Offenhaltung vergleichend
untersucht werden. Die
ca. 250 Hektar umfassende Fläche des Panzerschießplatzes
soll zu diesem Zweck mit einem Gatter versehen werden. Innerhalb
des Gatters sollen der Einsatz von Elchen als Wildtiere, die sich
im wesentlichen frei bewegen können, sowie von Ziegen und Schafen,
die gehütet und somit gezielt eingesetzt werden können,
untersucht werden. Die Untersuchungen am Elch als eine Möglichkeit
zur Offenhaltung erscheinen besonders interessant, da der Elch Nahrungshorizonte
nutzen kann, die für kleinere Hirscharten nicht mehr erreichbar
sind. Elche wurden zudem seit Öffnung der Grenze nach Polen
wiederholt beim Durchzug durch das Gebiet beobachtet.
Als Indikator für Art und Ausmaß der Wirkung der Tiere
dienen auf verschiedenen Maßstabsebenen die Anteile offener
Flächen, das Relief und Mikrorelief, die Flora und Vegetation,
sowie die Avifauna, Laufkäfer und aculeate Hymenopteren. Insgesamt
soll geprüft werden wie und inwieweit die verschiedenen wertvollen
Offenland-Lebensräume durch den Einsatz von Wildtieren und
Haustieren in der Summe - jedoch nicht flächentreu - gesichert
oder wieder entwickelt werden können. Die abschließende
Darstellung der Ergebnisse und die Diskussion ihrer Übertragbarkeit
erfolgt in Buchform.
| Finanzierung: |
BMBF |
| Projektleiter: |
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