Modifizierte Gewässerunterhaltung

Die Gewässerdirektion Südlicher Oberrhein/Hochrhein Bereich Offenburg muss Unterhaltungsmaßnahmen in regelmäßigen Zeitabständen durchführen, um den Abflußquerschnitt zu erhalten. Zur Unterhaltung gehört die Mahd der Vorländer und Deiche, sowie die Räumung des Abflussprofils (Bild rechts). Vor allem die Räumung stellt einen starken Eingriff in die Gewässerbiozönose dar.

Um die Auswirkungen der Räumung auf die Fliessgewässer zu minimieren, wurde dazu übergegangen die Unterhaltung abschnittsweise und zeitlich versetzt durchzuführen. Diese Vorgehensweise bewirkt, dass die beiden Ufer nicht im gesamten Längsverlauf kahl und brach liegen. Bei dieser Form der Unterhaltung bleiben große ungestörte Flächen bestehen, die den Organismen als Ausweich- und Rückzugsräume zur Verfügung stehen. Gleichzeitig stellen die frisch geräumten Abschnitte Pionierstandorte dar, welche Pionierarten als Habitat dienen. Durch diese Form der Unterhaltung ergibt sich ein Strukturenmosaik, das die Vielfalt der Lebensräume an diesem Standort erhöht.

Eine weitere Modifikation der Unterhaltung besteht darin, das Mittelwasserbett nicht vollständig auszuräumen (siehe Bild unten). Am jeweils gerade bearbeiteten Ufer wird ein Vegetationsstreifen stehen gelassen. Eine Niedrigwasserrinne bleibt bestehen. Das Bild zeigt die Räumung eines Ufers im August 2001. Das gegenüberliegende Ufer wurde nicht geräumt.


Bildquelle: Bernd Walser

(1) unbearbeitetes Vorland
(2) Mittelwasserrinne
(3) Vegetationsstreifen, der bei der Räumung ausgespart wurde.
(4) teilweise abgetragenes Vorland
(5) An diesem Teilstück wird deutlich, wie viel Sediment abgelagert wird und abgetragen werden muss. Die abgelagerten Sedimente würden das Abflussprofil verengen und so die Effektivität des Kanals bei der Hochwasserabführung mindern.

Die folgenden Bilder zeigen das Aussehen des Kanals nach einem halbseitigen Vorlandabtrag. Der Unterschied zwischen rechts- und linksseitigem Vorland ist deutlich zu erkennen. Das nicht beeiträchtigtige Ufer stellt ausreichend Rückzugsräume für die Fauna zur Verfügung.

Am bearbeiteten Ufer wurde das Mittelwasserbett nur am Rand geräumt. Ein Vegetationsstreifen trennt das gepflastete Ufer von der bestehenden Niedrigwasserrinne.

 

 

 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
Aktualisiert: 17.05.11  - rö