Diplom-Agrarbiologe
Dr. Franz Höchtl
Promotion
Titel
"Kennzeichen, Entwicklung und Bedeutung von Wildnis auf ehemals
intensiv genutztem Kulturland im Val Grande-Nationalpark/Piemont"
Problematik
Der Val Grande Nationalpark liegt im nordöstlichen Piemont
zwischen dem Cannobinatal im Osten und dem Ossolatal im Westen.
Wie die gesamten Südwestalpen ist diese Region von Landflucht
und starkem Rückgang der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung
geprägt. Bereits gegen Ende der sechziger Jahre war das seit
dem Hochmittelalter intensiv bewirtschaftete Val Grande völlig
entsiedelt. Auf Grund dieser Entwicklung entschloß sich die
italienische Regierung im Jahr 1992 den größten Wildnisnationalpark
Italiens in diesem Talsystem einzurichten und die gesamte Fläche
unter Totalschutz zu stellen. Im Jahr 1998 wurden der strengen Wildniszone
weitere, momentan noch land- und forstwirtschaftlich genutzte Bereiche,
als Entwicklungszonen angegliedert.
Während es heute nicht an theoretischem Wissen über das
Entstehen und die Auswirkungen von Sukzession und "Verwilderung"
mangelt, liegen demgegenüber nur wenig konkrete, in betroffenen
Landschaften erarbeitete Ergebnisse vor. Mit der laufenden Dissertation
soll deshalb anhand des Nebeneinanders von noch genutztem Kulturland
und ausgedehnten Sukzessionsflächen im Val Grande-Nationalpark
untersucht werden, welche Auswirkungen der progressive Nutzungsrückgang
auf diese Alpenlandschaft hat.
Folgende Fragen werden bearbeitet
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Wie verändert sich die alpine Landschaft
hinsichtlich ihrer Vegetation und Strukturvielfalt, wenn ehemals
genutzte Flächen brachfallen?
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Führt die mit der Nutzungsaufgabe einhergehende
Sukzessionsdynamik grundsätzlich zu einer standörtlichen
Nivellierung und Monotonisierung?
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Welche Bedeutung kommt der "Wildnis"
vor dem Hintergund der Nutzungsgeschichte zu?
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Wie lange und wie stark bleiben kulturlandschaftliche
Relikte erhalten oder sogar prägend?
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Welche Szenarien für die Zukunft lassen
sich anhand der Landschaftsgenese und des aktuellen Zustands
für den Val Grande-Nationalpark ableiten?
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Lassen sich die erzielten Ergebnisse auf andere
periphere Landschaftsräume, vor allem Gebirgsregionen,
übertragen?
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