Elche auf dem Panzerschießplatz

(19.09.01) Mitte Oktober erwartet das Institut für Landespflege der Universität Freiburg ganz besondere Mitarbeiter: Zwei Elche sollen in der Zukunft bei der Offenhaltung eines ehemaligen Truppenübungsplatzes helfen. Der ursprüngliche Charakter des idyllisch gelegen Gebiets inmitten des Biosphärenreservats Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft soll durch die Anwesenheit der Tiere erhalten bleiben.
Die Wissenschaftler des "Projektverbunds Offenland" wollen untersuchen, ob Elche als Laubfresser Bäume und Sträucher kurz halten können, die von Ziegen und Schafe nicht mehr erreicht werden. Eine berechtigte Hoffnung, schließlich fressen Elche (Stockmaß: 2,0 bis 2,5m, Gewicht: bis 600 Kilogramm) bis zu 40 Kilogramm Laub am Tag. Da die sympathischen Wiederkäuer schon des öfteren ihren Weg aus Polen in die Oberlausitz gefunden hatten, schien es nur angebracht, ihren Appetit auch längerfristig zu nutzen.
Das Elchpärchen aus dem Tierpark Neumünster (2000 geboren) wird im Oktober erwartet, wo sie zunächst in einem Eingewöhnungsgehege beobachtet werden. Nach dieser ersten Phase werden sie in ihr großes Gehege mit 170 Hektar entlassen.
Der Aufwand eines solches Unterfangen ist nicht unerheblich, da hierfür ein elchsicheres Gehege errichtet werden muss. Während für Schafe und Ziegen herkömmlicher Elektrozaun verwendet werden kann, muß für die Elche ein Gatter mit einer Zaunhöhe von 2,50 Metern auf einer Länge von sechs Kilometern gebaut werden. Darüber hinaus werden die Tiere mit Sendern versehen, die das Verfolgen ihrer Bewegungen im Gehege ermöglichen und im Fall eines Ausbruchs das schnelle Wiederauffinden gewährleisten. Die Vorbereitungen dazu laufen bereits seit mehr als zwei Jahren.

Geleitet wird das Experiment von Prof. Dr. Werner Konold, dem Institutsleiter der Landespflege und von Peter Heyne, dem Chef des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Die wissenschaftliche Betreuung erfolgt durch die Dipl. Forstwissenschaftlerin Bettina Burkart, den Dipl. Biologen Michael Striese sowie die Dipl. Landespflegerin Mirijam Gaertner.
Die Beschaffung und Betreuung der Elche übernimmt der Projektpartner Naturschutz-Tierpark Görlitz. Dieser sichert auch die medizinische Versorgung der Tiere.
Aktuelle Informationen und Hintergründe zu den Elchen sind auf der Internetseite des Instituts für Landespflege verfügbar (Button: "Was macht der Elch"). Hintergrundinformationen direkt aus dem Untersuchungsgebiet geben Wissenschaftler an der Elch-Hotline mit der Nummer +49-35895-50445.

Mehr Informationen zum Institut finden sich auf der Titelseite.

Journalistisches Interesse? Den richtigen Ansprechpartner im Institut finden Sie am einfachsten über die Pressesprecherin:

Silke Lanninger
Telefon: +49 761 203-3644
silke.lanningerlandespflege.uni-freiburg.de

 

 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
Aktualisiert: 21.04.11