Mit Polarpost auf der Spur der Lemminge im Karupelv Valley (Grönland)

Postbote ist ein abenteuerlicher Beruf - wenn das Arbeitsgebiet nicht in einer Wohnsiedlung sondern im Nordosten Grönlands liegt. Viele Briefe werden aus dem Karupelv Valley nicht verschickt und so ist die Post aus dem Norden besonders bei Sammlern begehrt. Polarforscher Dr. Benoît Sittleran der Landespflege Freiburg kennt dieses Interesse, und macht jedes Jahr hunderte Sammler in der ganzen Welt glücklich: Bei seinen Expeditionen in den Lebensraum der Halsbandlemminge hat er immer die Adressen von Liebhabern und Sammlern aus aller Welt dabei, die ganz besondere Post erhalten: Auf dem Brief prangen neben der Grönländischen Marke der Stempel des Postamtes Scoresbysund oder Danmarksavn, die Stempel des Forschungsprojektes, der Jahresstempel der Expedition und auf Wunsch auch die Unterschriften der Expeditionsteilnehmer. So ausgestattet reisen die Briefe aus dem Expeditionsgebiet meist mit dem Hubschrauber bis zur nächsten Poststation und erreichen von dort aus die Sammler.

Der Erlös dieser Briefmarken-Aktion kommt dem Karupelv Valley Projects insbesondere der Finanzierung der Satelliten-Telemetrien an Schnee-Eulen zugute. Auch in diesem Sommer werden die Feldarbeiten des Projekts in Nord-Ost Grönland fortgesetzt. Während im Rahmen dieses internationalen Vorhabens schon bestechende Ergebnisse über die Ursachen der Lemmingzyklen und den Einfluß der Raubfeinde gewonnen werden konnten , liefern diese Langzeitbeobachtungen nun auch einmalige Einblicke in die Auswirkungen der Klimaänderungen auf die Lebensgemeinschaften von Tundren-Ökosystemen. Diese Ergebnisse können u.a. in Science (Vol.302 -2003) nachgelesen werden. Mit Hilfe weiterer Datenerhebungen sowie dem Einsatz neuer Technologien dürfte sich dieser Einfluß auch noch besser dokumentieren lassen. In diesem Zusammenhang soll unter anderem durch Einsatz der Satelliten-Telemetrie an Schnee-Eulen auch ein Beitrag zur zirkumpolaren „Snowy Owl Working Group“ geleistet werden. Wie aus den eigenen Beobachtungen bereits hervorgeht, scheinen die Änderungen in der Schneebedeckung in der Arktis auch die Lemming-Populationen zu beinträchtigen, wobei das Ausbleiben der sogenannten „Lemming-Peaks“ sich negativ auf die Fortpflanzung der Eulen auswirken könnte, wie dies die Beobachtungen der letzten Jahre vermuten lässt.

Wie in den Jahren zuvor bietet die Karupelv-Valley-Expedition die Möglichkeit, einfach an einen begehrten Polarpost-Beleg zu kommen, also eine von Grönland aus beförderte Postsendung.

Das Angebot: Eingesandte unfrankierte aber adressierte Briefumschläge werden im Sommer auf die Grönlandexpedition mitgenommen und von dort an die Sammler und Interessenten verschickt. Jeder Umschlag oder Karte erhält eine grönländische Briefmarke (wenn möglich, mit Tier- oder Landschaftsmotiv), einen grönländischen Poststempel, den besonderen Projektstempel und wenn gewünscht die Unterschriften der Expeditionsteilnehmer.

Als Gesamtgebühren fallen pro Umschlag 10 Euro an, im Voraus zu überweisen auf das Konto der Deutsch-Franz. Grönland Expedition bei der Deutschen Bank Freiburg, Nr. 245190401, BLZ 680 700 24. Die Umschläge müssen spätestens am 15. Juni eingetroffen sein.

Möchten auch Sie Post von der nächsten Gönland-Expedition erhalten? Dann senden Sie einen an sich oder einen anderen Empfänger adressierten Briefumschlag an

Das Karupelv Valley Projekt
Dr. Benoît Sittler
Institut für Landespflege
79085 Freiburg (D)
Telefon: +49 761 203-3629
benoit.sittler@landespflege.uni-freiburg.de

Mehr Informationen zum Institut finden sich auf der Titelseite.

Journalistisches Interesse? Den richtigen Ansprechpartner im Institut finden Sie am einfachsten über den wissenschaftlichen Assistenten:

Harald Schaich
Telefon: +49 761 203-3636
harald.schaichlandespflege.uni-freiburg.de

 



 

 

 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
Aktualisiert: 07.06.11