Forschungspreis für Wissenschaftler des Instituts für Landespflege

Dr. Harald Schaich erhält Wolfgang-Erz-Förderpreis des Bundesverbands Beruflicher Naturschutz

Dr. Harald Schaich vom Institut für Landespflege der Universität Freiburg ist mit dem Wolfgang-Erz-Förderpreis des Bundesverbands Beruflicher Naturschutz (BBN) ausgezeichnet worden. Schaich erhält den Preis für seine Dissertation „Zukunftsfähige Auenlandschaften durch Wiedervernässung und Beweidung? Interdisziplinäre Analyse einer Renaturierungsmaßnahme am Beispiel des Syrtals (Luxemburg)“. Er nahm die Auszeichnung auf dem Deutschen Naturschutztag 2010 am 28. September in Stralsund vom Bundesvorsitzenden des BBN Heinz-Werner Persiel im Beisein von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister, Dr. Till Backhaus, dem Oberbürgermeister der Stadt Stralsund, Dr. Alexander Badrow, sowie der Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Dr. Beate Jessel, entgegen. Der Wolfgang-Erz-Förderpreis wird in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben und würdigt nach Angaben des BBN „bundesweit herausragende, anwendungs- und umsetzungsorientierte Arbeiten für den Naturschutz“. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert.


Im Bild von links nach rechts: Hans-Werner Persiel (Vorsitzender des BBN), Dr. Harald Schaich, Dr. Till Backhaus (Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern)

In seiner mit "summa cum laude" bewerteten Dissertation untersuchte Herr Schaich die Kombination von Maßnahmen der Gewässerrenaturierung und extensiver Beweidung mit Rindern zur Wiederherstellung von Auengrünland mit seiner typischen Biodiversität anhand eines Fallbeispiels im Großherzogtum Luxemburg. Die Methoden der Arbeit reichen von der Auswertung historischer Quellen zur Landnutzungsgeschichte über Vegetationsaufnahmen und Tierbeobachtungen bis hin zu einer sozialwissenschaftlichen Akzeptanzanalyse der am Renaturierungsprojekt beteiligten Stakeholder und der Bevölkerung. Schaich erhält den Wolfgang-Erz-Preis nach den Worten des Vorsitzenden des BBN, Heinz-Werner Persiel und des Auswahlgremiums, für seine „inhaltlich und methodisch breit angelegte, souverän gearbeitete, wissenschaftlich hochwertige und gleichzeitig spannend zu lesende Dissertation“. Hervorzuheben sei, dass die Arbeit verschiedene methodische Ansätze vereine, was „das Bild eines wahrhaft interdisziplinären Projekts“ ergebe. Von großer Bedeutung sei darüber hinaus, dass die Erkenntnisse der Dissertation „direkt in die praktische Naturschutzarbeit einfließen“ können.

Der jetzt vergebene Preis wurde im Gedenken an den 1998 verstorbenen Naturschützer Wolfgang Erz ausgelobt. Erz wurde 1936 in Danzig geboren. Nach dem Studium der Zoologie, Botanik und Geographie in Berlin, Hamburg und Kiel, der Promotion und des anschließenden Aufbaustudiums „Natur- und Landschaftsschutz“ an der Universität Salisbury in Zimbabwe arbeitete Erz zunächst bis 1968 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Staatlichen Vogelschutzwarte des Landes Nordrhein-Westfalen in Essen. Im Jahr 1968 wurde ihm die Leitung der Abteilung Naturschutz an der Bundesanstalt für Naturschutz und Landschaftspflege in Bonn übertragen. Von 1970 bis 1972 war er als Mitarbeiter des Naturschutz-Beauftragten der Bundesregierung im Bundeskanzleramt maßgeblich am Entwurf des Bundesnaturschutzgesetzes beteiligt. Im Anschluss wechselte Erz als Wissenschaftlicher Direktor an die Bundesanstalt für Vegetationskunde, Naturschutz und Landschaftspflege. Später übernahm er die Leitung des Instituts für Naturschutz und Landschaftspflege an der Pädagogischen Hochschule Rheinland in Wuppertal. Wolfgang Erz verstarb am 19. August 1998 während einer Dienstreise.

Links:

Laudatio von Hans-Werner Persiel

Wolfgang-Erz-Förderpreis des BBN

Deutscher Naturschutztag 2010

Dissertation von Harald Schaich

Kontakt:

Dr. Harald Schaich
Telefon: +49 761 203-3644
harald.schaichlandespflege.uni-freiburg.de


 

 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
Aktualisiert: 21.04.11  -hts